Engelschwere
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Randy Cramer: Teil 3 – Die Earth Defense Force (EDF) und die geheime Raumflotte

 
 
Deutsches Transkript des Interviews mit Michael Salla (www.exopolitics.org)
 
(Text geglättet)
 
Es handelt sich hier um den dritten Teil eines fünfteiligen Interviews mit Randy Cramer, der seine Rekrutierung in eine Spezialabteilung des US Marine Corps enthüllt, die für die Ausbildung der Verteidigungsstreitkräfte der fünf bestehenden Marskolonien verantwortlich zeichnet.

 

 

Michael Salla: Wir sind zurück mit Captain Kaye [Randy Cramer]. Er wird uns heute über die letzten drei Jahre seiner (20-jährigen) Dienstzeit als Mitglied der Earth Defense Force erzählen. Er hat uns bis zu den Ereignissen mitgenommen, da es zu jener vernichtenden Schlacht kam, die Forward Station Zebra verheerte. Das geschah nach 17 Dienstjahren im Rang eines Sergeant Major. Und er hat uns [schon] etwas über seine Rekrutierung in die „Space Force“ oder die Luftstreitkräfte der Earth Defense Force (EDF) berichtet. Könntest Du dort anschließen, wo wir das letzte Mal endeten?
 
Randy Cramer: Nun, es war eine gleichermaßen glückliche und zweckdienliche Fügung. Ich war nämlich innerlich ganz schön zerstört, nachdem ich fast alle verloren hatte, mit denen ich diese letzten Jahre verbrachte, in einigen Fällen zehn Jahre und mehr. Das war niederschmetternd. Die Vorstellung, dass ich nicht mehr an diesen Ort zurückkehren müsste, die Vorstellung, dass ich zu etwas anderem wechseln könnte, das ich wirklich tun wollte, war sicherlich der Köder, den ich bereitwillig annahm. Ich war glücklich darüber, denn es erlaubte mir in vielerlei Hinsicht, diese Erfahrung und dieses Trauma mental und emotional einzukapseln, indem ich an einem komplett anderen Ort sein und die Dinge auf völlig andere Weise tun würde. Ich würde einen anderen Job haben.
 
Ich ging also zur Flugschule, um dort ein Offizier zu werden. Ein Offizier in der Luft ist etwas ganz anderes, als ein Soldat am Boden. Diese unterschiedliche Erfahrung erlaubte meinem Hirn eine physiologische Abspaltung vorzunehmen. Andernfalls wäre es wohl eine sehr harte Sache gewesen, meine vorherige Tätigkeit wieder aufzunehmen...
 
Andererseits war es eine glückliche Fügung, da ich seit meiner Kindheit fliegen wollte. Der Gedanke daran, ein Pilot zu sein, stand ganz oben auf meinem Wunschzettel. Ich hatte also sehr großes Verlangen danach, diese Gelegenheit wahrzunehmen. Praktisch ohne Verzögerungen und ohne große Umstände wurde ich ausgeflogen in eine andere medizinische Einrichtung, um sicher zu gehen, dass ich mich auch erholt hatte. Es gab dort eine eine Menge High-Tech-Therapien. Man saß etwa in einem Stuhl, war an Elektroden angeschlossen und irgend etwas wurde direkt in Dein Gesicht geblitzt. Das war High-Tech-“Zeug“, das entweder dazu diente, emotionale Reaktionen zu unterdrücken, welche von diesem Trauma herrührten. Oder, zumindest in einigen Fällen, war es der Versuch, sie [die emotionalen Reaktionen] aufzulösen. Ich war mir vielleicht nicht mental über die medizinischen bzw. biologischen Prozeduren bewusst, erfuhr aber offensichtlich eine physiologische Veränderung, deren Ergebnisse ich schließlich daran bemerkte, dass ich mich besser fühlte und nicht mehr dieses vernichtende Gefühl auf meiner Brust lastete. Meine Reaktion auf die Tatsache, alle [Kameraden] auf einmal verloren zu haben. Als dieses Gefühl verschwand, war es mir möglich, den Übergang zu schaffen. Nach ein paar Wochen im Krankenhaus ging es weiter an einen anderen Ort, um die Flugschule zu absolvieren und die Officer Candiate School (OCS) zu besuchen. Das Training dauerte sechs Monate. Dieses Training war mitunter weniger hart und intensiv als das Training, das ich davor hatte. In manchen Fällen war es vergleichsweise ein Spaziergang. Die meisten Leute, die zur Flugschule kamen, wurden dort in einem Alter zugelassen, viel jünger als ich es war. Sie begannen ihre militärischen Karrieren hier als junge Piloten. Ich [hingegen] war jemand, der in die Flugschule kam und fast am Ende seiner militärischen Laufbahn stand. Die meisten von denen waren also ein ganzes Stück jünger und sehr frisch. Für sie war es ein schwieriger und harter Schulungsprozess. Ich konnte dazu manchmal nur sagen: 'Entschuldigt, Leute. Ihr wisst doch gar nicht, was es heißt, eine Durststrecke zu haben, was es heißt, überanstrengt zu sein. Weckt mich, wenn der schwierige Teil kommt.' Was das mentale und körperliche Training angeht, war das also nicht allzu schwer, weil ja das vorherige Training, das ich durchlaufen musste, viel viel heftiger und härter war. Das lag einfach an den verschiedenen Bedingungen, mit denen man am Boden zu tun hatte, eine Situation, die direkt auf die Person einwirkt und Dir ins Gesicht schlägt, mit allen [denkbaren] Strapazen. Eine Situation, in der es darauf ankommt, wie Du mit Deiner Angst umgehst, mit ihren verschiedenen Intensitätsgraden. Selbst wenn man einer Sache sehr nahe kommt, vermittelt ein Cockpit ein ganz anderes Behaglichkeitsgefühl. Obschon nicht wirklich dieser große Abstand zum Tod besteht, hat man dennoch das Gefühl und die Illusion, als ob dieser Abstand vorhanden wäre. Man ist eingenommen von diesem umschließenden Ei, dieser schützenden Hülle, die dir schon irgendwie Schutz bieten wird vor allem, was Dich umgibt. Die schieren Gesetze der Physik jedoch sagen dir, dass diese Hülle kaum eine Sicherheit bietet gemessen an dem, was da draußen im Weltall existiert, was dich [da draußen] treffen und dir schaden kann. Ganz zu schweigen von den Dingen, die es darauf abgesehen haben, Dir Schaden zuzufügen. [Ich rede hier nur von] all den Dingen, die zufällig vorbeikommen und Dich verletzen können. [Das Cockpit] vermittelt Deinem Geist also diesen Gefühlszustand, dass man darin geschützt wäre, weil man sich eben in dieser Eierschale befindet. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll...
 
Das Training beinhaltete [wie jede andere dieser grundlegenden Ausbildungen, die man auch andernorts erwarten kann] einen gewissen Anteil an Einwei-sungen, Klassenunterricht, Marschieren, Simulatorenzeit und schließlich das Training in echten Fluggeräten. Die meiste Zeit über flogen wir mit drei Typen von Kampfflugzeugen und zwei oder drei Typen der Bomberklasse. Ich lernte nie, eines der sehr großen Schiffe zu fliegen, beispielsweise jenes, das uns vom Mond zum Mars brachte. Dies war Teil eines anderen Pilotenschulungs-programms. Die Piloten, welche diese Schiffe flogen, waren kein Teil unserer Flugschule. Wir flogen also die kleineren Kampfschiffe und zwei, manchmal auch einen dritten Typ von Bomber.
 
Nach sechs Monaten machte ich meinen Abschluss, durchlief eine Zeremonie und bekam meine Metallbarren an die Bandschnalle. Das fühlte sich wirklich gut an. Ein Gefühl, etwas vollbracht zu haben. Ich hatte etwas bekommen, das ich schon immer tun wollte und war stolz darauf. Ich wurde dann auf [das Schiff] Nautilus gebracht. Dort gab es ein Geschwader von Kampfflugzeugen mit der Bezeichnung „Blau und Gold 2-13“ [„two thirteen“). Wenn ich an die Bezeichnungen 'blau' und 'gold' denke, verbinde ich damit Bezeichnungen der Air Force... Das ist ein Hinweis darauf, dass dieses Programm von oder im Rahmen der Air Force entstanden sein könnte. Das ist [freilich] geraten und basiert nur auf dieser Bezeichnung 'blau' und 'gold'.
 
Es gab zu dieser Zeit vier Geschwader auf der Nautilus, die sich abwechselten. Unsere „2-13“ [„two thirteen“] war also nicht immer im Einsatz und rotierte mit ein paar anderen. Da gab es eine Menge Patrouillenflüge, bei dem die Schiffe die Nautilus verließen, um einen bestimmten Perimeter um das Schiff herum zu kontrollieren oder ein Koordinatennetz abzudecken. Die Patrouillen machten wir, um nach anomalen Aktivitäten zu suchen und zu scannen, die sich bei Annäherung als feindlich heraus stellen könnten. Gewöhnlich war das Vorgehen von zweierlei Art: entweder man machte sich aus dem Staub oder ließ sich darauf ein, abhängig davon, um wen es sich handelte. Gewöhnlich wollte man also wissen, bevor man [blind] in eine Sache hinein rannte, ob es sich um Freund oder Feind handelte. Ein Verbündeter wollte vielleicht nur kommuni-zieren oder auch nur herumhängen und gar nichts tun. Für einen Feind gab es nur eine von zwei möglichen Reaktionen: entweder er wollte dich angreifen oder sehr schnell von dir weglaufen. Alles, was vor dir wegläuft oder dich beschießt, das ist dein Job: herauszufinden, wer das ist und wie man darauf reagiert.
 
Zu den Schiffen: es wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen oder zu meinem Vorteil, zu sehr auf die technische Beschreibung dieser Schiffe einzugehen. Nicht, weil mir das nicht erlaubt wäre. Das sind [jedoch] wertvolle und geschützte Informationen. Ich weiß, dass gewisse Leute an dieser Technologie interessiert sind und ihren Wert in Dollars begreifen. Ich werde zu diesem Zeitpunkt also keine technischen Informationen preisgeben, da dies nicht meinen Interessen diente, die über den persönlichen Wert hinaus gehen, welchen jene [technischen Informationen] für mich selbst haben. Ich will in diesem Zusammenhang nicht so sehr als ein Opportunist verstanden sein. Aber die waren nicht nett zu mir, was meine Versorgungsleistungen angeht, mit denen man mich zurück ließ. Es ist ein sozioökonomischer Kampf für mich.
 
Ich wäre glücklich darüber, jede technische Information, die ich habe, jemanden zur Verfügung zu stellen, der sie in einem zivilen Kontext nutzen und anwenden will. Dies zu diskutieren könnte von Wert sein. Ich habe [nämlich] in genügend Handbücher und unter die „Motorhaube“ gesehen, um einige Details ausar-beiten zu können, ohne ein Ingenieur und Wissenschaftler für diese Maschinen zu sein, die uns zu sehr schnellen Fortschritten verhelfen könnten, was die Luft- und Raumfahrt anbelangt.
 
Michael Salla: Ich habe zwei Fragen dazu, um die Dinge zu verdeutlichen. Du hast Dein Training absolviert, um einem Geschwader der Earth Defense Forces (EDF) beizutreten. Wo fand dieses Training statt. Auf der Erde?
 
Randy Cramer: Wir waren dabei wieder zurück im Lunar Operations Command [Mond-Einsatzführungskommando] und etwa nach der Hälfte der Zeit wurden wir verlegt in ein auswärts gelegenes Trainingszentrum auf [dem Saturnmond] Titan. Die zweite Hälfte des Trainings spielte sich also vom Titan ausgehend weiter draußen im Sonnensystem ab. Wir begannen also auf dem Mond und Umgebung, und zogen dann um auf Titan, um weiter nach draußen zu kommen.
 
Michael Salla: Auf dem Titan also, dem größten Mond des Saturn, ist eine Basis der Earth Defense Force...
 
Randy Cramer: Eine zumindest. Ich gehe davon aus, dass da mehrere sind, dass es sogar ein ganzes Netzwerk von ihnen gibt.
 
Michael Salla: Du hast die Nautilus erwähnt. Ist sie eine Art Flugzeugträger, von dem aus diese drei Schiffstypen [Jagdflieger und Bomber] starteten?
 
Randy Cramer: Korrekt. Der offizielle Name war EDF SS Nautilus [Earth Defense Force Star Ship Nautilus]. Man würde dieses Schiff wohl eher als zigarrenförmig (im Gegensatz zu Scheibenformen u.a.) beschreiben. Da war also die Front, ein langer Mittelteil und das Heck. Im Heck befanden sich die Maschinen und der Antrieb, der meines Wissens eine interessante Mischung aus verschiedenen „Dingen“ war. Da ich kein Ingenieur war und dies auch nicht meine Abteilung war bzw. ich keine Sicherheitsfreigabe für diesen Bereich hatte, kann ich nicht viel mehr darüber erzählen. Nach meinem Verständnis handelte es sich um eine komplexe Antriebstechnologie, die mit Kernenergie, Fusionsenergie und anderen, neueren Energieformen verbunden war. Neuere Antriebssysteme wie elektro-gravitative Antriebe [„Electro-gravitic Propulsion Drive“] oder Raumzeit-Antriebe neben eher traditionellen Schubantrieb-systemen. Es war also dafür konzipiert, unter einer Menge von Einsatz-bedingungen zu funktionieren. Ich denke, man hatte diese Backup-Systeme für den Fall, dass irgendetwas schief ging. Für die Ingenieure und Offiziere, die dieses Schiff steuerten, gibt es also eine Menge möglicher Handlungsoptionen, falls man auf eine jener Schwierigkeiten stoßen würde, die es im Weltall gibt. Es ist doch klar: wenn Du weit genug von allen anderen entfernt bist, kann die angeforderte Hilfe womöglich nicht mehr rechtzeitig eintreffen. Man ist also gut beraten, so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Es macht also durchaus Sinn für mich, dass man in den Maschinenräumen dieses mehrgleisige Technologiesystem gefahren hat.
 
Die Maschinenräume machten etwa 25 Prozent der gesamten Schiffslänge aus. Den Mittelteil Schiffes nahmen hauptsächlich die Mannschaftsräume und die Geschwader ein. Die Startbuchten der Geschwader waren alle auf der Schiffs-oberseite. Bereiche der Schiffswand auf dem Schiffsdeck öffneten sich und das Fluggerät wurde hochgefahren und startete. Sie landeten direkt auf der Schiffswand, wenn sie zurück kamen und [die Buchten] würden sich (auf demselben Wege) wieder schließen. In etwa der unteren Hälfte [des Mittelteils] waren die Mannschaftsquartiere und einige der Lager- und Vorratsräume. Die Frontsektion war ausschließlich dem Kommandopersonal, den Wissenschaftlern und Ingenieuren vorbehalten in ihren jeweiligen als geheim eingestuften, kompartimentierten Arbeits- und Forschungsbereichen. Was immer sie da an Scanning-Technologien erforschten und zum Einsatz brachten und was sie damit aufspüren wollten –, wir mussten davon nicht unbedingt wissen. Es sei denn, es würde Teil unserer eigenen nachrichtendienstlichen Einsatzbe-sprechung sein, die uns täglich nach dem Need-to-Know-Prinzip [Kenntnis nur bei Bedarf] informierte, was wir an einem Tag auf Patrouille zu suchen oder nicht zu suchen hätten.
 
Michael Salla: Welche Größe hat die Nautilus und weißt Du, wo und von wem sie gefertigt wurde?
 
Randy Cramer: Ich würde sagen, dass sie locker eine halbe Meile lang war [rund 800 Meter], vielleicht länger, möglicherweise eine dreiviertel Meile lang [rund 1 km]. Das ist eine hübsche Länge, ein großzügig bemessenes Schiff, dafür konzipiert, eine Menge Leute und eine Menge Schiffe zu transportieren. Ein Schiff mit vielen Fähigkeiten.
 
Michael Salla: Und weißt Du auch, wer sie konstruierte, wo sie gefertigt wurde? Wurde sie im Weltall oder auf der Erde gebaut?
 

 

Randy Cramer: Nein, das ist mir nicht bekannt. In dieses Wissen waren wir nicht eingeweiht. Als ich diese Frage stellte, wurde mir gesagt, dass diese [Information] über meiner Gehaltsklasse läge. Ich fragte also nie wieder danach.
 

 

Michael Salla: Wer befehligte die Nautilus? Und könntest Du klarstellen, ob es sich bei der „Nautilus-Klasse“, wie Du es einmal genannt hast, um dieses Schiff handelte oder war das die Bezeichnung für die Schiffsklasse?
 
Randy Cramer: Das war der Name des Schiffs. Ich glaube, die richtige Schiffsklassenbezeichnung war IG Highliner [IG: Inter Galactic]. IG verweist also auf die intergalaktische Fähigkeit [Reichweite] im Gegensatz zu IS-Schiffen, deren Aktivitäten auf [innergalaktische] Sonnensysteme beschränkt sind (IS: Inter Solar). Alles größere ist als 'IG' klassifiziert. Und diese Klasse wird als 'Highliner' bezeichnet, wie auch immer sie auf diesen Namen gekommen waren [oder für was er stehen soll...]
 
Es ist im wesentlichen ein Trägerschiff, das eine Anzahl von kleineren Schiffen mit sich führt, [z.B.] Bomber... und die Leute, welche dieses Schiff fliegen. Da sind Forschungsteams, Wissenschaftler, die, was immer sie da auch taten, mit ihrer interessanten Ausrüstung in der Frontsektion des Schiffes hantierten. Wie gesagt, waren wir da nicht eingeweiht, es sei denn, wenn wir davon Kenntnis haben mussten auf der Need-to-Know-Basis unserer täglichen Einsatzbesprechungen.
 
Michael Salla: Obwohl diese Schiffsklasse also für intergalaktische Operationen ausgelegt war, hast Du Dich in diesen drei Jahren im Wesentlichen im Sonnensystem aufgehalten?
 
Randy Cramer: Korrekt. Wir waren diese ganze Zeit über auf Sonnensystem-Patrouille. Es hing hauptsächlich von der Kommunikation zwischen Kapitän und Hauptquartier ab, wo wir waren und was wir gerade taten. Manchmal wurde uns gar nichts davon berichtet, [wo wir gerade sind]. Da waren Bullaugen und Orte, an denen man einen guten Blick aus dem Fenster haben konnte. Wenn wir einer Sache nah genug kamen, [konnte man hören]: 'Oh, da ist Jupiter! Wir sind nahe dem Jupiter!' So wussten wir dann, wo wir waren. Die Hälfte der Zeit aber wussten wir nicht, wo wir waren, bis wir dann draußen waren. Sobald wir draußen waren in unseren Schiffen, hatten wir unsere eigene Scanning-Ausrüstung [an Bord], die einem sagte, wo man sich gerade befindet, um in Krisensituationen nicht verloren zu gehen. Aber solange wir an Bord [der Nautilus] waren, gab man uns über unseren Aufenthalt nur dann Bescheid, wenn wir es wissen sollten.
 
Michael Salla: Wie lange hielt die Energieversorgung dieser Kampf- und Bomberschiffe vor, die Du geflogen hast? Wie lange konntest Du unabhängig im Weltall operieren, bevor Du auf die Nautilus zurückkehren musstest?
 

 

Randy Cramer: Wir hatten Protokolle. In denen stand, dass wir uns nicht länger als zwölf Stunden an einem Stück da draußen aufhalten sollten. Nach welchen Parametern sie sich da auch immer richteten: sie gingen wohl davon aus, dass die Umwelt- und Recyclingsysteme und die Energieversorgung für diese Operationszeit sicher waren. Sie gründeten ihr Urteil auch auf die Zeit, in der sie uns selbst da draußen im Raum sicher herum fliegen lassen konnten. Da gibt es nämlich einen interessanten und verwirrenden Faktor. Wie sich heraus gestellt hat, ist „Space Madness“ eine sehr reale Krankheit, die Menschen im Weltall befallen kann. Sie rührt daher, dass das Hirn in deinem Körper eine psycho-logische Anhänglichkeit an [festen] Boden hat. Und wenn man sich also an einem Ort befindet, an dem man sich zu lange ohne Grund [unter den Füßen] aufhält, kann man durchdrehen. Dein Hirn beginnt zu „schwimmen“, fängt an, Gedanken zu produzieren, die nicht mehr normal sind. Man muss dann nur seine Füße auf festen Grund stellen, und sei es auf einen Boden mit künstlicher Schwerkraft bzw. in einem Schiff, dessen Boden an dir hält, damit dein Kopf wieder seine Mitte finden kann. Man konnte also irre im Raum werden. Sie wollten uns also da draußen haben mit einem Zeitlimit von zwölf Stunden. Das Handbuch besagte aber, dass im Rahmen von Notfallsituationen oder Langzeitmissionen das Schiff über dreißig Tage lang operieren konnte.
 
Michael Salla: Und wie groß waren diese Kampfschiffe, wie viel Mann Besatzung hatten sie? Die gleiche Frage gilt auch für die Bomber (Besatzung und Größe).
 
Randy Cramer: Es gab drei Klassen von Jägern. Ihre Namen hatten sie von Schlangen, warum auch immer. Es gab die Vipers, Kobras und Klapper-schlangen [engl. Viper, Cobra, Rattlesnake]. Die Vipers waren einsitzige Maschinen [Einmannjäger]. Die Kobras hatten zwei Mann Besatzung: ein Pilot und der andere für die Zielerfassungs- und Waffensysteme. Die Klapper-schlange hatte einen Schweif, eine Schwanzstruktur, die sich wellenförmig auf und ab bewegte. Bei hohen Geschwindigkeiten und großer Entfernung imitierte das Schiff ein Wellenphänomen. Es ist eine Art Tarnung, die da zum Einsatz kommt. Hier zählt die Besatzung zwischen einem und drei Personen, abhängig davon, wie viele Personen man für welche Mission braucht. Ob man also nur einen Piloten braucht, wenn eine Bombenlast ins Ziel befördert werden muss; etwas einfaches also. Oder ob man etwas komplizierteres vorhat, was einen Piloten und einen Waffensystemoffizier erfordert; wenn es also schlimm werden kann. Oder aber, wenn man einen Piloten, Waffensystemoffizier und einen Mann für die Scanner benötigt. Die Klapperschlangen haben eine viel schwieriger [zu bedienende] Scanning-Ausrüstung, die es erlaubt, Schiffe zu sehen und aufzuspüren, die sich außerhalb unseres normalen Raumes befinden und die sich „phasenverschoben“ bei verschiedenen Geschwindigkeiten innerhalb von „Zeitblasen“ verbergen können. Die Physik hierbei ist wirklich abgedreht. Die Scanning-Ausrüstung ist also hoch entwickelt und kann eine Menge Arten von Bewegung detektieren.
 
Michael Salla: Und die Bomber? Welche Besatzungen und Größen hatten die Bomber?
 
Randy Cramer: Damit bin ich am wenigsten vertraut. Lass mich sehen, an was ich mich erinnern kann... Außerhalb der Schule flog ich nur einen einzigen [Bomber]-Typ, Albatros genannt. Der Albatros ist ein schwarzes Delta-förmiges, fast wie ein Bumerang geformtes Schiff, das etwa 80 Fuß [rund 24 Meter] breit, von Vorne bis Hinten aber nur 16 Fuß [rund 5 Meter] lang ist. Also sehr schmal in der Mitte, wobei man da eh nicht viel Raum benötigte. Alle Bombenlast befand sich [nämlich] in den Flügeln, das Cockpit genau im Zentrum. Die Antriebssysteme befanden sich in der unteren Hälfte des Schiffs. Unter und etwas hinter dir [vom Piloten aus gesehen] befanden sich mehrere „Lifter“, die wir 'EG Floaters' nannten [EG steht wohl für electro-gravitic]. Und an den Seiten die „Pusher“, die Schubdüsen, um dich nach vorne oder auch rückwärts zu fliegen.
 
Wenn wir hier von einem „Bomber“ sprechen, ist damit gemeint, dass eine Bombe jedes von Ballistikern und Ingenieuren entwickelte Ding sein kann, das eine Energieform vom Punkt A nach B bringen kann, ob als große Explosion oder [nicht explosive] Einwirkung, wenn es sich um etwas in der Art eines EMPs [Elektromagnetischer Puls] oder um einen anderen Strahlungseffekt handelt. Es soll der größte Effekt mit der kleinstmöglichen Ladung erreicht werden. Oder man lädt so viel wie möglich davon ein, weil man im Zweifelsfall sagt: 'Wirf einen ganzen Haufen drauf!'. Je mehr Bomber man hat, desto mehr kann man jemanden mit Flächenbombardements eindecken; sagen wir 1000 Bomben, 500 in diesem und 500 in jenem Geschwader. Jede dieser Bomben hat eine Megatonnen-Sprengkraft zwischen einer und fünf Megatonnen, ohne dabei nukleares Material zu verwenden. Alles in einer Bombe, die nicht größer als ein Motorrad ist.
 
Michael Salla: Kannst Du uns Deine praktische Arbeit und Deine Missionseinsätze auf diesen verschiedenen Schiffstypen beschreiben?
 

 

Randy Cramer: Ja, wie ich bereist sagte. Die meiste Zeit über waren wir auf Patrouille. Entweder greift Dich jemand an oder Du verfolgst und jagst jemanden. Und Du schreibst Berichte darüber. Das meiste, was du tust, besteht darin, Augen und Ohren des Hauptschiffs zu sein. So weit in den Raum hinein, wie es für die scannenden und abtastenden „Finger“ als sicher erachtet wird, um heraus zu finden, was da draußen vor sich geht. Und den Perimeter zu schützen, falls sich in ihm irgend etwas anderes [als man selbst] befindet. Noch einmal: 99 Prozent meiner Aktivität bestand genau darin. Die alltägliche Banalität des Patrouillierens, Verfolgens und Jagens. Angriff oder Flucht.
 
Ein oder zweimal war ich an Bombardierungsmissionen beteiligt, weil sie einen Piloten brauchten. Meistens flog ich also in den kleineren Schiffen als Jagdpilot. Und falls sie zusätzliche Piloten brauchten, richteten sie sich an uns und sagten zu dir: 'Du bist den Bombern zugeteilt. Auf geht’s, lasst uns etwas in die Luft sprengen.' Aber ich kann mich nur an zwei Fälle erinnern, in denen ich als ein aktiver Offizier außerhalb der Flugschule.einen Bomber geflogen habe.
 
Michael Salla: Gab es nach Deinem Kenntnisstand Interaktionen mit ET Zivilisationen oder beschränkten sie sich nur aufs Abfangen und Verfolgen mit unterschiedlichen Schiffstypen, so dass man gar nicht mitbekam, wer sich darin [in den ET-Schiffen] befand?
 
Randy Cramer: Das ist in der Tat eine gute Frage. Es gab da ein diplomatisches Corps, das dem Schiff zugeteilt war. Zu diesen [Leuten] hatten wir aber sehr wenig Kontakt, weil sie sich in der Frontsektion des Schiffes aufhielten. Gelegentlich eskortierten wir ein Diplomatenschiff an einen Ort, wo es sich mit einem anderen Schiff traf, um in eine Form der Kommunikation oder des Dialogs zu treten. Wir eskortierten es dann wieder zurück. Von Zeit zu Zeit war das also eine ebenso reguläre Aktivität, für die wir morgens aufstehen mussten.
 
Unser Part bei dieser Arbeit brachte es aber mit sich, dass wir nicht viel davon sahen. Wir sahen nicht, wie die Leute ihre Schiffen verließen, um miteinander zu kommunizieren. Das, was wir sahen, waren Schiffe, die sich sehr nahe kamen, häufig Seite an Seite, um miteinander zu kommunizieren. Soviel kann ich aber erzählen: Bei diesen Eskortmissionen kam es ein oder zweimal vor, dass ein Vertreter des diplomatischen Corps an einem Raumkabel hängend von seinem Schiff aus auf einen Vertreter [der anderen Seite] zukam, der sich ebenfalls im verkabelten Außeneinsatz von seinem Schiff aus näherte. Und sie näherten sich bis auf Blickweite, um sich da draußen im All auszutauschen. So etwas passierte also ein paar mal. Sie trugen jedoch dieselbe Art von abgeschirmten Raumanzügen wie wir und es war nicht viel davon zu erkennen, was sich darunter verbarg. Aber was die Größenvergleiche angeht, waren einige von denen an die neun oder zehn Fuß [rund 3 Meter] lang. Offenkundig waren sie nicht von unserer Größe. Sie waren weitaus größer. Wir konnten nicht sehen, was darunter war...immerhin waren sie noch das, was man dem Raumanzug mit Helm für humanoide Zweibeiner ansehen konnte.
 

 

Michael Salla: Kannst Du uns erzählen, wer die Nautilus führte? Wer hatte das Kommando? War es ein General oder Admiral? War sie also mehr in der Tradition der Air Force oder der Navy geführt?
 
Randy Cramer: Das ist eine gute Frage. Es war insofern eine Navy Kommandostruktur, als der Kapitän ein 0-6 Captain [Gehaltsstufe eines Navy Capatins] im Gegensatz zu einem 0-3 Captain war, als der ich dem Geschwader als Marine zugehörte. Die Kommandostruktur war also eher nach der Navy ausgerichtet, weil der Kapitän wie ein 0-6 Captain war. Sein Name war Kirkland. Sein voller Name: Captain Roger L. Kirkland.
 
Michael Salla: Wie verhielt es sich mit höheren Funktionsträgern dieser Art? Waren auch sie auf einen 20-jährigen Militärdienst beschränkt oder war die Dienstzeit für höhere Funktionsträger mehr auf unbestimmte Zeit angelegt?
 

 

Randy Cramer: Ich hatte den Eindruck, dass es für die kommandierenden Offiziere ein Posten auf Lebenszeit war. Sie machten ihre Arbeit, bis sie dazu körperlich und geistig nicht mehr in der Lage waren...Ich gewann zumindest diesen Eindruck. Die Menschen an Bord waren sehr gut darin, ihren abgetrennten Wissensbereich separiert zu halten. Wenn du also Dinge von Leuten wissen wolltest, die außerhalb Deines Arbeitsbereichs tätig waren, gaben sie dir sehr deutlich, aber freundlich zu verstehen, dass dies nicht dein Aufgabenbereich wäre...und so würde man das hier nun einmal handhaben.
 
Wenn zum Beispiel folgendes zur Sprache kam und einer sagte: 'Ihr seid glücklich dran, Ihr werdet nach eurer Dienstzeit in ein paar Jahren zurück sein.' [Und man fragte nach:] 'Und Sie, für wie lange sind Sie hier [an Bord]?' Dann rollte [Dein Gegenüber] mit den Augen und schenkte Dir diesen speziellen Blick: 'Ihr wisst doch, darüber kann ich nicht reden. Wahrscheinlich bis ich sterbe.' Man bekam also Bemerkungen in dieser Art, die Dir den Eindruck vermittelten, dass [die höheren Funktionsträger] hier einen sehr viel längeren Aufenthalt hatten.
 
Michael Salla: Wie viele von diesen IG Highliner Schiffen gab es bzw. gehörten zur EDF (Earth Defense Force)?
 

 

Randy Cramer: Ich weiß es nicht. Ich habe maximal fünf auf einmal von ihnen gesehen, als fünf von uns [IG Highliners] sich an einem Ort zur selben Zeit versammelten. Ich habe aber keine Ahnung, was deren Gesamtzahl ist. Das war außerhalb meines Zuständigkeitsbereichs und niemand hätte mir das gesagt. Ab und zu hörte ich Namen [von Schiffen]. Ich kenne [die Gesamtzahl] aber nicht.
 
Michael Salla: [Eine Frage] zum allgemeinen Verständnis darüber, wer diese parallele Kommandostruktur im All („Space Command“) führte: hattest Du die Gelegenheit, mit anderen Offizieren darüber zu sprechen, wer die Verantwortung tragenden Topleute dieser parallelen staatlich-militärischen Konstruktion waren? Gab es da einen Präsidenten, einen Koordinator?
 
Randy Cramer: Das ist eine sehr gute Frage. Wir wussten sehr gut über das Bescheid, was über unsere nachrichtendienstlichen Einsatzbesprechungen hereinkam. Kommandoeinsatzbesprechungen durch unseren Geschwader-kommandanten [„Commando Briefings“] waren weitgehend auf technische Informationen beschränkt, auf technische Updates über unsere Schiffe oder Flugprotokolle. Alles also, was einen spezifischen Zusammenhang mit dem Geschwader und unserer Arbeit als Piloten hatte. Sein Job als Commander war wirklich nur auf diese Geschichten begrenzt. Es drehte sich also alles um die Kenntnisse und Informationen, die wir von unseren Nachrichtendienstoffizieren erhielten. Sie waren sehr genau dabei, wenn es darum ging, uns wissen zu lassen, was sie uns wissen lassen wollten. Und nicht wissen zu lassen, was sie nicht wollten, dass wir es wissen. Gefühlt war es auf dieser Bühne aber etwas anderes als auf dem Boden in der MDF (Mars Defense Force) stationiert zu sein, in der es viel „gedeckelter“ zuging. Auf der Nautilus ging es etwas lockerer zu. Die Leute waren nicht so steif und reizbar. Manchmal konnte man also die ein oder andere Information mehr bekommen [im Sinne von]: 'Wir wollen nicht, dass Du Dir hier Stress und Sorgen machst. Ich gebe Dir also lieber eine Antwort, dass Du Dir Deinen Kopf nicht mehr zerbrechen musst.' In einigen Fällen also fühlten sie sich veranlasst, Dir eine Antwort zu geben, wenn sie konnten. Aber bei bestimmten Dingen war es klar: sie hatten ihre Instruktionen, dass dies nicht in unseren Need-to-Know-Bereich gehörte und dass man das auch wissen sollte. Wir kamen also an diese Informationen nicht ran. Häufig hörte man die Leute reden von „hohen Tieren“ oder vom „Komitee“, welches es „so wollte“. Oder sie sagten auch: 'Die Politiker zu Hause wollen es so...' Die Leute bezogen sich dabei also auf diese sehr allgemeinen und unspezifisch gehaltenen Ausdrücke. Ich kann mich an kein einziges Mal erinnern, bei dem es hieß 'Der Präsident hat gesagt...der Präsident will es so...' oder 'Der Kongress sagte...der Kongress will es so...' oder 'Die UN sagte...die UN will es so...'. Es waren stets eher vage Bezeichnungen und Namen. Ich kann tatsächlich keine Auskunft über den [Bereich] geben, der über meine Kommandostruktur hinaus reichte. Es gab nur ein einziges Mal, als ich vor Kapitän Kirkland zitiert wurde. Ich musste vor dem alten Herren sitzen und es war nicht angenehm und kein Spaß. Er bestrafte mich ganz schon [hart] für eine Sache, über die ich nicht reden möchte. Er war kein schlechter Mensch. Ich hatte etwas getan, das bestraft zu werden verdient. Er ging jedoch viel zu weit, als er entschied, was meine Strafe sein sollte. Ich sage aber nicht, dass die Strafe gänzlich unverdient war, dass ich etwas tat, für das ich keine Rechenschaft abzulegen brauchte. Von allen anderen Begegnungen mit ihm und was ich über ihn wusste, kann ich nur sagen, dass er ein anständiger und guter Kerl war. Ich konnte ihn sonst gut leiden und hielt ihn für einen ordentlichen Kapitän. Ich kann aber keine einzige positive Information erinnern, die sich auf den Kommandobereich über ihn bezieht. Außer, wenn er eine mürrische Grimasse schnitt und von den 'gottver-dammten hohen Tieren da oben' sprach. Das war seine Bezeichnung für die Leute [über ihm]: 'Die gottverdammten hohen Tiere da oben'.
 
Michael Salla: Kannst Du uns beschreiben, was [für Dich] während der gesamten 20 Jahre Deiner Dienstzeit in der EDF und MDF auf der Erde passiert ist? Gab es da Zeitungen, irgendwelche digitalen Kommunikationsmedien? Hattet ihr Computer, bei denen man sich einloggen und herausfinden konnte, was [auf der Erde] vor sich ging?
 

 

Randy Cramer: Nein. Tatsächlich waren alle Information über die Vorgänge auf der Erde (Zeitungen, [Kommunikations]-Medien...) strengstens verboten. Jeder Besitz [solcher Kommunikationsmittel] und jede Kenntnis darüber, oder das Reden über diese Dinge, konnte strengste Bestrafungen nach sich ziehen...Im Wesentlichen gab man uns sehr deutlich zu verstehen: 'Seht mal her. Wenn ihr darüber nachdenkt, was zu Hause vor sich geht, denkt ihr nicht über eure Arbeit hier [an Bord] nach. Wir brauchen euch hier in eurem Job. Zu hundert Prozent im Hier und Jetzt. Und der einzige Grund, an zu Hause zu denken, sind eure freudigen Erinnerung daran. Und dass ihr dorthin zurück kehren werdet.' Sie waren da sehr bestimmt. Das war es, woran wir nach ihrem Willen denken sollten: An unsere schönen Erinnerungen und dass wir wegen ihnen zurück kehren wollten. Keine Zeitungen, Kommunikationsmedien oder Fernseh-übertragungen. Tatsächlich aber waren unsere Schiffe in der Lage, die Radio- (UKW) und Fernsehübertragungen zu empfangen, die von der Erde kamen. Sie waren hochentwickelt und empfindlich genug, dass man sich dort einwählen konnte. Aber das war uns verboten. Zwar durften wir Frequenzen scannen und dort rein horchen, aber wir durften uns nicht dabei aufhalten, eine [irdische] Radio- oder Fernsehfrequenz anzuwählen. Wäre man dabei erwischt worden, hätte man große Schwierigkeiten bekommen.
 

 

Michael Salla: Ich verstehe. Wir sind nun also am Ende Deiner 20-jährigen Dienstzeit. Und Du hast rund drei Jahre für die Earth Defense Force (EDF) in einem Raumgeschwader gedient. Was ist nun gegen Ende dieser Zeit geschehen? Du stehst kurz vor Abschluss Deiner 20 Jahre Dienstzeit. Gab es da ein spezielle Zeremonie? Was ist da geschehen? Welche Ereignisse haben Dich zurück zur Erde gebracht?
 
Randy Cramer: Als [unsere Dienstzeit] endete, war das ein nicht sonderlich feierlicher Tag auf der Nautilus. Es hieß nur: 'Sie, Sie und Sie...ihr werdet nach Hause gehen. Ihr seid hier durch.' – 'Oh, wirklich? O.K. großartig, Ich hab's geschafft.' Und jeder, der es geschafft hat, wurde in ein Shuttle gesetzt und zum Lunar Operations Command zurück gebracht für eine Einsatznachbesprechung. Man musste dann eine medizinische Einrichtung besuchen, um den Verjüngungsprozess [„Age Reversing“]zu durchlaufen usw. Davor aber war man im Lunar Operations Command zu einer Nachbesprechung, [die sich etwa so anhörte]: 'Hier haben wir also, was Sie über ihre letzten 20 Jahre Arbeit wissen. Und hier haben wir das, was Sie nicht darüber wissen. Wir werden also ein paar Lücken für Sie schließen. Es wird wohl nicht von Bedeutung sein, weil Sie keine Erinnerungen daran haben werden. Nach ein paar Wochen nämlich werden wir aus Gründen der nationalen Sicherheit alle Erinnerungen unterdrücken. Sie werden also davon wahrscheinlich nichts im Gedächtnis behalten. Keine Sorge, wir werden uns um alles kümmern.' Bla, bla, bla... Es waren immer wieder diese Versicherungen, die sich als nicht zutreffend herausstellten. So viele von diesen Versicherungen gab es, in der Art von 'Keine Sorge, Dir wird’s gut ergehen'! Nach der Einsatznachbesprechung wurden wir in einen Bereich gebracht, in dem sich unsere zwischenzeitlichen Unterkünfte befanden. Die waren sehr viel hübscher, als die zeitweisen Unterkünfte bei unserer ersten Ankunft. Es handelte sich um Offiziersquartiere. Man sagte uns, wir sollten uns dort frisch machen, rasieren und waschen und unsere Paradeuniform anziehen. Es würde eine große Zeremonie geben, ein Bankett mit einer Menge Leute. Würdenträger wären anwesend, Leute von der Erde. Ein spezieller Gastredner würde da sein, bla, bla, bla....
 
Wir gingen also zum Bankett der Abschlusszeremonie. Abgehalten wurde es in einem Bereich, der eine ganz schön große Fläche einnahm. Eine komplette Seite öffnete den Blick durch dieses hoch aufragende dicke Glas auf die Mondoberfläche und das Weltall. Das war ein ganz schön [beeindruckender] Ausblick. Ansonsten war es eine ganz typische Raumanordnung für ein Bankett, überall die runden Tischen und ein Podium. Eine typische Bankettzeremonie eben. Für jeden gab es zugewiesene Plätze, auf denen man sitzen sollte. Wir hatten gutes Essen. Leckeres Essen.
 
Dann kamen Leute herein, die ein paar nette Worte an uns richteten: 'Danke für ihren Einsatz...' Lange, poetische [Reden]...Ich will die geäußerten Worte nicht schlecht reden, aber in einigen Fällen, unter den Umständen dieser Glanz-und-Gloria-Zeremonien, schlugen sich die Leute eher gegenseitig auf den Rücken und gratulierten sich dafür, was sie selbst getan haben. Und sie versuchten, dir den Schmerz klein [zu reden], nach allem Horror und Schrecken, dem man ausgesetzt war und durchlebte, damit man [mit ihnen] einstimmte: '[sarkastisch] Oh, das war es alles wert. Es ist in Ordnung so.'
 
Ich muss hier mal einfach sagen: wir alle waren froh darüber, dass es endlich vorbei war. Die Tatsache, dass wir es in Ordnung fanden und uns das Schulterklopfen gefallen ließen, war der Tatsache geschuldet, dass nun alles vorbei und zu Ende war! Unabhängig davon, ob wir uns im Angesicht unseres zurückgelegten Pflichtprgramms stolz und gut oder komplett derangiert und traumatisiert fühlten. [Für uns war nun gewiss]: 'Wir sind durch. Wir haben es geschafft.' Es war ein Moment der Hochs und Tiefs. Jeder war sehr ausgelassen, es wurde viel gelacht. Viel Schulterklopfen, viele laute Gespräche, die überschwängliche Freude darüber, dass es vorbei war. Es war also eine hochtragende Energie im Raum. Sie wollten in der Tat, dass du Dich gut fühlst bei deinem Abschied...
 
Ich kann mich nicht gut an die ersten beiden Redner erinnern. Es war niemand, den ich kannte, aber offenkundig Leute, die zu der neuen Schattenhierarchie gehörten und dort für wichtig gehalten wurden: ein älterer Herr und eine ältere Dame. Und wenn ich sage 'älter', meine ich damit ein Alter zwischen 55 und 65, ausgehend von ihrem physischen Erscheinungsbild: Haut, Haar, usw.
 
Und dann trat die letzte Person auf und gab uns diese große Abschieds- und Dankesrede. Es war Donald Rumsfeld. Ich war darüber ein wenig überrascht. Auf welcher Handlungsebene er auch immer steht, er weiß irgendetwas und hat auf irgendeiner Ebene etwas damit zu tun. Denn es war er [höchstpersönlich], der uns allen einen Klaps auf die Schulter gab, uns ein Dankeschön für die gute Arbeit aussprach und sich dann verabschiedete.
 

 

Michael Cramer: Das ist sehr interessant, da diese Zeremonie angeblich um 2007 stattfand (ausgehend vom Jahre 1987 und der 20-jährigen Chronologie). Ich bin mir nicht sicher ob Donald Rumsfeld damals Verteidigungsminister war oder ob er gerade von seinem Amt zurückgetreten war. Hier wird es also sehr interessant.
 
[Am 8. November 2006 verkündete Präsident Bush den Rücktritt von Rumsfeld als Verteidigungsminister. Der Senat bestätigte die Nominierung seines Nachfolgers Robert Gates am 6. Dezember 2006; Anm. M.A.]
 
Randy Cramer: Beide Möglichkeiten würden erklären, warum er vor Ort war. Er könnte da gewesen sein, weil er Verteidigungsminister war. Und er könnte auch gewesen sein, weil er zurückgetreten war und einen Job in der Geheimdienst-branche bekam. Auf alle Fälle war er anwesend, weil er eine Führungsperson war. Er wäre nicht dort gewesen, wenn das nicht der Fall gewesen wäre.
 
Michael Salla: Dir ist bekannt, dass nach dieser Zeremonie Deine Erinnerungen gelöscht wurden. Gibt es da irgend etwas Bedeutsames in Deiner 20-jährigen Dienstzeit, von dem Du zu diesem Zeitpunkt gesagt hättest: 'Ja, daran würde ich mich wirklich gern zurück erinnern wollen.'?
 
Randy Cramer: Ja. Eine Sache. Im dritten Jahr meiner MDF-Zeit kam eine neue Rekrutin an als Mitglied unserer Abteilung. Ich hasste Sie auf den ersten Blick, aber innerhalb eines Jahres waren wir bis über beide Ohren ineinander verliebt. Wir missachteten die Vorschriften und heirateten. Meine Frau war unglaublich, eine einzigartige Person. Mir fehlen die Worte zu beschreiben, welche Bande man zu einer Person aufbaut, die Seite an Seite mit dir in jeden Kampf und jede Schlacht zieht und für Dich zu töten und zu sterben bereit ist; und die dir das tagtäglich durch ihre Taten zu verstehen gibt. Wir waren uns wirklich sehr nah und liebten uns sehr. Sie zu verlieren, war der schlimmste Tag in meinem Leben... Wir waren 10 Jahre lang verheiratet und kannten uns insgesamt zwölfeinhalb Jahre. Dann war sie tot. Sie fing sich ein Projektil in den Hinterkopf ein und starb in meinen Armen. So traurig und bestürzt mich das machte, ich wollte sie niemals vergessen. Diese eine Sache vergessen zu müssen, das hat an mir genagt. Ich hatte dieses Erinnerungsengramm fest in meinem Geist verankert, weil ich so viel daran dachte. Bei allen Dingen, die ich vergessen sollte, bei denen ich einverstanden war, zu vergessen, nahm ich mir vor: An sie will ich meine Erinnerung niemals verlieren. Und wie es die Gesetze der Physik so haben wollen, wurde es unter all meinen aufkommenden Flashback-Erinnerungen, von denen eine ganze Menge in mir hochschossen, gerade dieser Faden, der mich in jene geschützte und verbotene Zone meiner Erinnerungen leitete: meine Erinnerung an sie. Die Fähigkeit, mich an sie zu erinnern, bedeutet für mich die erste wirklich greifbare Erinnerung. Ich musste mich da wieder heraus zu ziehen, nachdem ich die Trauer noch einmal durchlebte und sie noch einmal verlor. Das war gut so, denn ich hatte ja nie die Gelegenheit, das zu tun. Ich hatte niemals die Gelegenheit bekommen, um sie zu trauern. Ich befand mich in einer Kriegszone und sie starb. Und so betroffen und gebrochen ich darüber auch war, musste ich doch am nächsten Tag wieder kämpfen und konnte nicht einfach damit aufhören. Indem ich später vollkommen abgeschirmt war von dieser Erfahrung am Boden und zu den Piloten wechselte, abgeschirmt auch von der zweitschlimmsten Erfahrung meines Lebens, als ich meine komplette Abteilung verlor, legte sich ein sehr starker Puffer vor meine Fähigkeit, um sie zu trauern. Es war also eine sehr notwendige Sache, dies zu tun. Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit bekam, es nachzuholen. Aber es war die meiste Zeit über hart und mühsam.
 
Ich wollte sie nie und nimmer vergessen...und es stellte sich heraus, dass ich es auch nicht tat. Unter allen Dingen, die jemals Teil meiner Erfahrungen wurden, würde ich niemals die Tatsache ungeschehen machen wollen, meine Frau gekannt zu haben. Niemals.
 
Michael Salla: Danke, dass Du das mit uns teilst. Mit dieser Geschichte wollen wir diesen Teil des Interviews zu einem Ende bringen. Wir werden zurück sein mit abschließenden Erklärungen darüber, was bei der Wiedererlangung Deiner Erinnerungen geschah, nachdem Du im Gefolge eines Verjüngungsprozesses [age regression] und der Auslöschung Deiner Erinnerungen wieder auf die Erde zurück gebracht wurdest.
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