Engelschwere
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Randy Cramer: Teil 4 – Altersregression und das Wiedererlangen unterdrückter Erinnerungen

 
 
Deutsches Transkript des Interviews mit Michael Salla (www.exopolitics.org)
 
(Text geglättet)
 
Es handelt sich hier um den vierten Teil eines fünfteiligen Interviews mit Randy Cramer, der seine Rekrutierung in eine Spezialabteilung des US Marine Corps enthüllt, die für die Ausbildung der Verteidigungsstreitkräfte der fünf bestehenden Marskolonien verantwortlich zeichnet.
 
 

Michael Salla: Wir sind zurück mit Captain Kaye [Randy Cramer]. Ich sollte erwähnen, dass es sich hier um ein Pseudonym handelt für jemanden, der in der Special Section der US Marines gedient hat. Er wird uns nun etwas darüber erzählen, wie er zur Navy kam, neben [oder besser: nach] seiner Rekrutierung in die Special Section des US Marine Corps. Erzähl uns doch, was passierte. Du hast Deinen High School Abschluss um 1988 gemacht und bist schließlich zur Navy gegangen...
 
Randy Cramer: Richtig. Ich denke, ich sollte versuchen, die Unterschiede deutlicher zu machen zwischen der Chronologie der Ereignisse, die ich erinnern sollte und den Ereignissen, wie sie sich tatsächlich zugetragen hatten.
 
Die meisten meiner Erinnerungen an das Trainingsprogramm für Project Moonshadow spielten sich allesamt auf einer unterbewussten Erinnerungs- ebene ab. An diese Zeit sollte ich mich also nicht erinnern und nicht darüber reflektieren können. Es sei denn, Trigger würden etwas aktivieren, durch das mein „Alter Ego“ [„alternate personality“] hervortreten konnte. Aber in meinem Falle muss ich wohl sagen, dass diese [meine Supersoldatenpersönlichkeit] meine „funktionalere“ Persönlichkeit war. Und es war die Alter-Ego-Persön-lichkeit, die in den Vordergrund rückte, wenn ich mich nicht im Supersoldaten- modus befand. Hier verhielt es sich also umgekehrt, wenn man es mit der typischen traumabasierten Mind-Control vergleicht, bei der man dem Menschen seine Hauptpersönlichkeit belässt und via Trauma eine davon abgetrennte Persönlichkeit programmiert. In diesem [meinem] Falle war es jedoch so: 'Wir bauen Deine Persönlichkeit von Grund auf. Das ist Dein wirkliches Ich. Im Alltag aber muss Geheimhaltung und Sicherheit gewahrt bleiben, so dass wir nur eine vereinfachte Version Deiner Person zulassen dürfen, die zu sein Du glaubst und an die Du Dich unter Alltagsbedingungen erinnerst.'
 
Ich erinnere mich, dass ich 1987, im Alter von 17 Jahren, das Trainings-programm für Project Moonshadow abschloss. An diesem Punkt nimmt sich die Special Section des US Marine Corps der „Pakete“ der austrainierten Testper- sonen und Supersoldaten aus dem Projekt Moonshadow an. Sie werden dann weitergeleitet in ein größeres Sammelbecken, das alle möglichen Supersol-datenprogramme aus dem Marine Corps oder anderen Teilen der Militärstreit-kräfte vereinigt. Von diesem größeren US-amerikanischen Sammelbecken aus können sie dann etwa dem internationalen Interessenverband der Earth Defense Force zugeteilt werden. Von hier [wiederum] kann dann die Zuteilung an andere Orte erfolgen...
 
Statt einer großen, zusammenhängenden bürokratischen Militärmacht, haben sie das ganze auf eine Menge kleinerer, besser zu handhabender Behörden aufgeteilt. Sie steckten dort alle Ressourcen hinein, um sie nach Bedarf austeilen zu können. Das ist doch interessant. Ich glaube nämlich, dass sie bei der Umsetzung dieser ausgesprochen komplizierten Aufgabe, die sie sich hier gestellt hatten, ziemlich effizient vorgingen. Die Ressourcen [aller Beteiligter] wurden in einen Topf getan und von dort aus aufgeteilt, so dass jeder seinen Anteil an [diesem Pool] haben sollte. Denn offenkundig waren einige Länder in der Lage, in einem Jahr mehr Supersoldaten zu produzieren als andere. Unsere Fähigkeit, einsatzfähige Körper zu produzieren, ist immer noch größer als von einigen kleineren Länder. Daher tragen die größeren Länder immer noch eine größere Last, um sicher zu stellen, dass ein Mehr an Streitkräften vorhanden ist. Es gibt also eine Art Ausgleich, so dass die kleineren Länder nicht das Gefühl haben müssen, den Kürzeren zu ziehen, [nur] weil man ein kleines Land ist.
 
Mit 17 Jahren also wurde ich weiter gereicht und absolvierte eine 20-jährige Laufbahn. Dann wurde ich zurückgebracht in eine Zeitstellung kurz nachdem ich verschwand. Ich wurde [einfach] wieder zurück geworfen, ohne eine bewusste Erinnerung an diese Erfahrung, aber mit heftigsten Stress- und Trauma-symptomen aus einer 20-jährigen Dienstzeit, die zum größten Teil aus Krieg, Krieg und nochmals Krieg bestand. Davon versuchte ich mich zu erholen.
 
Ein Teil davon war, herauszufinden, wer ich eigentlich war und was ich mit mir anstellen wollte. Ich machte also meinen High School Abschluss und fragte mich, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Was wollte ich sein, denken und tun? Interessanterweise war da ein Programm [bei mir] installiert, das mir einflüsterte: 'Was immer Du tust, geh nicht zum Militär!' Ich hatte ja gerade einen 20-jährigen Militärdienst hinter mich gebracht und das letzte, was sie wollten, war, irgendwelche Triggermechanismen auszulösen, die dazu hätten führen können, sich an Begebenheiten aus dieser verdeckten Militärdienstlaufbahn zu erinnern. Es existierte also ein Unterprogramm: 'Geh nicht zum Militär.'
 
Das war aber nicht, was passierte. Eben noch war ich 20 Jahre lang ein Marine, und das erste, an das ich denken konnte, war: 'Auf geht’s! Lass uns dem Marine Corps beitreten!' Als ich also darüber nachsann, was ich mit mir anstellen sollte: ob ich entweder Geld aufnehmen sollte, um mit diesem Startgeld vorwärts zu kommen und [weiter] zur Schule zu gehen, oder ob ich dem Militär beitreten sollte. Das Programm in mir meinte zwar: 'Oh, nein! Das möchtest Du doch nicht wirklich tun!?' Ich kannte jedoch Freunde und Gleichaltrige, die es taten und es schien [daher] nicht so eine schreckliche Vorstellung zu sein. Gleichzeitig lief dieses [Unterprogramm] dem Stolz und der Loyalität eines Marines zu wider. Und das war stärker, es war einfach stärker.
 
Der erste Musterungsoffizier, dem ich begegnete, war dann auch ein Musterungsoffizier der Marines. Ich war drauf und dran, die Papiere zu unterschreiben, um dem Marine Corps beizutreten, (also im Grunde noch einmal beizutreten), als es zu einer Intervention meiner „Betreuer“ kam [engl. handler], die sich [wohl] sagten: 'O.K. An dieser Stelle nun müssen wir dazwischen gehen.' Da gab es diese emotionale Reaktion, die in mir kurzzeitig (für ein Wochenende) ein Gefühl der Machtlosigkeit auslöste. Erst sah ich es so: 'Ich bin stark, ich kann das! Jawohl, ich werde ein Marine! Großartig!' Dann kam diese sonderbare emotionale Geschichte und plötzlich fühlte ich mich wirklich sehr schwächlich. Und ich dachte bei mir: 'Oh, nein. Ich glaube nicht, dass ich das schaffen kann. Ich kann kein Marine werden.'
 
All diese Rekrutierungszentralen waren alle in diesem einen Gebäude, direkt nebeneinander. Man konnte sich also [vor Ort] entscheiden, abhängig davon, was Deiner Phantasie entgegen kam: Air Force, Army, Navy. Alle Tür an Tür.
 
In diesem Moment einer zweiten Überlegung wollte ich also zurück gehen zu meinem Rekrutierungsoffizier bei den Marines und ihm sagen: 'Wissen Sie, ich bin mir gar nicht mehr sicher. Wir sollten das nicht zum Abschluss bringen.' Ich hatte meine Papiere noch nicht unterschrieben und habe sie zerrissen, um damit meinem 'Nein' Ausdruck zu verleihen. Und wie es der Zufall oder das Schicksal so will, waren sie [die Rekrutierungsstelle der Marines] beim Mittagessen. Die Tür war verschlossen und niemand im Büro. Die Navy-Leute aber, [ausgerechnet] die waren da! Als nächstes fand ich mich diesem Zigarre rauchenden Typen gegenüber, der aus einer Tür kam [und meinte]: 'Warum willst Du mit den Kerlen da reden? Vielleicht können wir Dir hier ein besseres Angebot machen!' Das nächste, an das ich mich erinnere, war also ein Gespräch mit diesem Navy-Rekrutierer. Und „irgendwie“ kam ich zu der Entscheidung: 'Oh, ja. Das hier ist eine viel bessere Idee.' Ich glaube, meine „Betreuer“ dachten sich [wohl] dabei: 'Wir glauben nicht, dass wir ihn aufhalten können, wieder zum Militär gehen. Wenn wir ihn aber zumindest daran hindern, dem Marine Corps beizutreten, könnte das hilfreich sein.' Offenkundig sahen sie die Navy als das kleinere Übel an, um mit der Angelegenheit versuchsweise umzugehen. An diesem Punkt unterzeichnete ich dann Papiere. ('O.K. Ich bin dann mal weg bei der Navy!')
 
Es ging runter nach San Diego ins Trainingszentrum und Ausbildungslager der Navy (NTC Naval Training Center San Diego). Ausbildungslager sind [eben typische] Ausbildungslager: eine eigentümliche Mischung aus Schlafentzug, hunderten Meilen Marschieren, unterschiedlichen Graden des Schreiens und Brüllens, und Hampelmännchen-Machen in unangenehmen Lagen.
 
Nichts übermäßig Besonderes also. Außer, dass mir stets etwas auffiel, das sonderbar war. Wenn ich etwa Gebäude betrat, in denen ich nie zuvor war, Umgebungen, in denen ich mich nie zuvor aufhielt, erschienen diese mir [dennoch] vertraut. Gerüche schienen mir vertraut, die von Farben und Reinigern für das Gewerbe ausgingen. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, aber Militärbasen haben einen ganz eigentümlichen Geruch, der sich von dem vieler anderer Zivilgebäude und ihren Einrichtungen unterscheidet. Das mag mit den Baumaterialien zu tun haben, mit den Farben und Reinigungs-mitteln etc., welche sie dort benutzen und welche zusammen diese Geruchsmischungen ausmachen. Militäreinrichtungen riechen einfach anders.
 
Als ich diese Gerüche aufnahm, bemerkte ich an mir diese Flashbacks, bei denen ich das Gefühl hatte, wieder ein Kind zu sein, so als ob ich fünf oder sechs Jahre alt gewesen wäre... Auch bestimmte Geräusche, etwa von Flugzeugen und Helikoptern, die in niedriger Höhe über Dich hinwegfliegen; das Geräusch vieler Stiefel beim gemeinsamen Marschieren, [der Befehlston der Stimmen]... All das erschien unwahrscheinlich vertraut für mich. Ich glaube, ich hab das verdrängt, indem ich mir sagte: 'Nun, ja, Du hast doch diese Filme gesehen. Möglicherweise hat es deshalb diese Vertrautheit.' Ich sah mir nämlich in der Tat Filme im Fernsehen an, in denen die Dinge sich so verhielten.
 
Es war jedoch eine körperlich empfundene Vertrautheit. Ich begann also, gewisse Erfahrungseindrücke zu bekommen, bei denen ich das Gefühl hatte, schon einmal hier gewesen zu sein. Mein Hirn im Wachbewusstsein freilich meinte dazu: 'Papperlapapp! Ganz sicher warst Du noch nie hier! Über was redest Du hier eigentlich?' So konnte also jeder Eindruck herunter gespielt werden, schon einmal hier gewesen zu sein.
 
Und dann war da dieser deutliche Wahrnehmungsunterschied innerhalb einer Gruppe von 110 Leuten (später und zum Ende hin noch 93) in der Kompanie, dass ich intelligenter war und ein besseres Gedächtnis hatte als alle anderen. Es schien einfach, dass ich es leichter hatte, meine Aufgaben zu erledigen als andere Leute. Aus welchem Grund auch immer wollte ich weiterhin daran festhalten, mein Leben als normal und durchschnittlich anzusehen. Aber das bin ich offenkundig nicht. Da gab es also [immer wieder] diesen kurzen Moment der Frage an meinen eigenen Verstand: 'Können denn alle wirklich so dumm sein, oder bin ich es, der so intelligent ist?' Ich versuchte also herauszufinden, was das in Relation zu bedeuten hatte.
 
Es war dort [bei der Navy] interessant. Man hat mir eine Menge Gelegenheiten gegeben, Dinge zu tun, da ich eben intelligent und fähig war. Und wenn Du beim Militär intelligent und fähig bist, dann bekommst Du Deine Gelegenheiten, damit sie herausfinden, was in Dir steckt. [Gewöhnlich] übertragen Sie eine Aufgabe eher einer intelligenten als einer dummen Person. Insofern keine große Überraschung.
 
Ich habe das Ausbildungslager beendet. Eine recht ereignislose Zeit. Sicher gab es Anerkennung, aber Ausbildungslager ist Ausbildungslager. Eine Art High School des Militärs. Sobald man es verlassen hat, machst Du dir keine Gedanken mehr und redest nicht mehr viel darüber, was dort passiert ist. Jeder war mal an diesem Ort, also was soll's ... Danach geht es mehr darum, wo man augenblicklich steht und wohin man von dort aus gehen will.
 
Nach dem Ausbildungslager traf man die Entscheidungen über [die jeweiligen Laufbahnen] und begann damit, Leute auf [weiterführende] Schulen zu schicken. Ich landete mit einigen aus meiner Kompanie, die den Abschluss machten, auf der anderen Seite der Basis (Naval Training Station), um dort zur Schule zu gehen und sich auf die allgemeinen Dienstpflichten als Fireman, Airman und Seaman vorzubereiten. Während also meine Ausbildung auf der anderen Schule unterbrochen war (ich sollte [übrigens] Photographers Mate werden, so dass ich hübsche Bilder schießen könnte), ist etwas äußerst seltsames geschehen.
 
Es ereignete sich also, während ich dieses allgemeine Training absolvierte. Es wurde einem dabei etwas mehr an Freiheiten gestattet, was das Verlassen und die Anwesenheit auf der Basis betrifft. Es war aber immer noch relativ restriktiv. Man durfte die Basis nicht unter der Woche verlassen und ging an den Wochenenden raus. Man durfte sich auch nicht so viele Meilen von der Basis entfernen. Ich bin nun wirklich kein Trinker, das war ich nie. Und ich hing also nicht viel mit den anderen an der Bar herum. Ich war auch kein Raucher, verbrachte also ebenso wenig Zeit damit, herum zu sitzen und beim Bier trinken Zigaretten zu rauchen, wie es die meisten taten. Man sah mich also nicht an den normalen Freizeitbeschäftigungen teilnehmen, denen sich alle anderen widmeten. Ich fand mich vielmehr damit beschäftigt, lange Spaziergänge zu unternehmen und mir dabei Gedanken zu machen. Das war's, was ich gerne tat: für mich selbst klar denken zu können. Die Basis war groß genug, hatte genügend Straßen und Wege, um darin Meile auf Meile laufen zu können, ohne dabei mit zu vielen Leuten in Berührung zu kommen. An den meisten Abenden also, bevor ich wieder in der Kaserne sein musste, machte ich lange Spaziergänge.
 
Es war vielleicht in der zweiten Woche des Trainingsprogramms, als ich auf einem Abendspaziergang unterwegs war. In einer Gegend, wo außer mir kein Mensch auf den Gehwegen lief. Ich hatte jedenfalls minutenlang keinen gesehen. Ich glaube, es musste sich um nicht genutzte Kasernen und Lagerhäuser gehandelt haben, also eine Gegend, in der nicht sehr stark verkehrt wurde. Das war in der Nähe des Nordtores. Weniger als 100 bis 200 Yards [rund 100 bis 180 Meter] vom Nordtor entfernt. Ich war also gerade alleine unterwegs, kein Mensch um mich herum, und grübelte. Da kamen zwei Männer auf mich zu, die vielleicht Mitte bis Ende 30 waren. Nach ihrem damaligen Aussehen zu urteilen, würde ich beide nicht älter als 40 schätzen. Der eine war ein kaukasischer Gentleman in Zivilkleidung. Kurzes Haar, glattrasiert ohne Bart, keine Brille. Der andere, nur geringfügig kleiner, war ein Navy Chief (mit Navy Chief Uniform). Ich schließe von seiner Hautfarbe und dem wenigen, was er sprach, auf einen Philippino. Zufällig war auch mein Kompaniechef Philippino, mit demselben Hautton und Akzent. Zu jener Zeit waren die Philippinen dieses Protektorat...Wenn man da rauskommen wollte, konnte man mit 17 der Navy beitreten. Für viele Philippinokinder war dies damals ein bequemer Weg, der sie aus den Philippinen heraus führte. Es ist zwar Mutmaßung, aber ich bin mir ziemlich gewiss, dass er philippinischer Abstammung war und die Uniform eines Chiefs trug. Ich weiß aber sicher, und das war sonderbar, dass er seine Sonnenbrille zu jeder Zeit auf hatte, in der ich ihn sah. Ob nun zur Tages- oder Nachtzeit.
 
Stets trug er auch seine Jacke bis ganz nach oben zugeknöpft und saß häufig da mit verschränkten Armen. Er fühlte sich nicht wohl dabei, mir direkt in die Augen zusehen. Ich kann mich nämlich an keinen einzigen Fall erinnern, bei dem er mir in die Augen blickte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er auch nur drei Sätze zu mir gesprochen hätte. Er redete kaum mit mir. Bei unseren Begegnungen war es stets der größere kaukasische Herr in Zivil-kleidung, der das Reden und die Gespräche mit mir übernahm. Der Typ in der Chief-Uniform war aber immer bei ihm. Stets waren sie beisammen.
 
Und in der Tat gab sich dieser Herr auch als Zivilist zu erkennen. Er behauptete nicht, beim Militär zu sein und gab sich aus als Prediger und Geistlicher einer kleinen ortsansässigen Kirche. Sein ihn begleitender Freund hatte ihn wohl als zivilen Gastbesucher auf die Basis bekommen, was durchaus möglich war. Im Dunkeln kamen sie schnurstracks auf mich zu. Es war mitten am Abend, etwa 7:30 Uhr. 'Hey, wie geht es Ihnen?' - 'Gut. Und selbst?' - ['Gut'] - 'Wir sind unterwegs, um Seeleute und Marinesoldaten zu treffen. Wollen mal sehen, ob nicht irgend jemand Lust hat, die Kirche zu besuchen.' Er [der Geistliche] war dabei sehr höflich und freundlich. Da ich aus einer religiösen Familie stammte, hatte ich nichts gegen Kirchenbesuche einzuwenden. Aber ich war zu diesem Zeitpunkt kein großer Gläubiger (mehr). Zu diesem damaligen Zeitpunkt verhielt es sich eher so: ich wusste, dass dies eine Ausrede sein würde, von der Basis herunter zu kommen. Welche Ausrede auch immer, ich wollte einfach, dass sie mich aus der Basis heraus bringt, um mal etwas anderes machen zu können. [Und daher sagte ich:] 'Oh, großartig! Natürlich besuche ich die Kirche!' Ich hatte bestimmt nicht vor, die nächsten drei Monate in ihrer „kleinen Einrichtung“ abzuhängen. Da kommt jemand auf dich zu und bietet dir die Gelegenheit, aus Deiner Basis heraus zu kommen und dich mit anderen Leuten zu treffen – aber sicher doch! Ich hatte kein Problem damit und jeden Grund 'Ja' zu sagen. Zu diesem Zeitpunkt sah ich [noch] keinen Anlass zur Vermutung, dass diese Herrschaften etwas anderes wären als sie vorgaben zu sein.
 
Er reichte mir seine Karte (so etwas kann freilich jeder haben, eine Visitenkarte mit Telefonnummer darauf) und sagte: 'Oh, großartig. Wenn Sie interessiert sind, rufen Sie uns an. Wir können dann ein Arrangement vereinbaren, um Sie abzuholen. Wenn ihre Vorgesetzten ein Problem damit haben sollten, können wir mit ihnen reden und sie davon in Kenntnis setzen, dass Sie mit uns in die Kirche gehen. Alle werden damit einverstanden sein. Und genau so war es. Der [Vorgesetzte] fragte: 'Wohin wollen Sie gehen ?' Und Ich gab zur Antwort: 'Ich gehe in die Kirche'. Er: 'Sie flunkern doch!' Aber ich zog die Karte heraus und sagte, dass dies der Name [des Geistlichen] wäre. Er rief bei ihm an und sagte dann: 'Gut, geh in die Kirche, 'Predigersöhnchen'', oder was immer er mich da genannt hatte.
 
Das nächste Mal, als ich die beiden zu Gesicht bekam, war am darauf folgenden Sonntag, [um in den Sonntagsgottesdienst zu gehen]. Sie holten mich in einem kleinen hellbraunen Minivan ab, bei dem der kaukasische Gentleman am Steuer saß und der philippinische Herr [daneben] stur gerade aus starrte. So war es immer, wenn sie mit mir unterwegs waren: der Kaukasier fuhr, der Philippino daneben. Wie gesagt, der letztere trug stets Sonnenbrille und sprach kaum einen [ganzen] Satz mit mir, die Arme meist verschränkt.
 
Wir fuhren also los, quer durch die Stadt in die Nähe des Balboa Parks, wo es eine hübsche Gegend gibt mit Einfamilienhäusern und einer Reihe von Gebäuden mit Eigentumswohnungen. Das war schon interessant, als wir die Straße herunter fuhren und vor einem Haus anhielten. Ich weiß nicht recht wie ich es beschreiben soll. Wer auch immer diese Straße und diese Nachbarschaft entworfen hatte, wer immer diese Häuser baute: es waren [identisch aussehende] Eigenheime, die Wand an Wand standen, die ganze Straße entlang. Identische Fußwege, identische Haustüren, identische Fenster. Jede Hausfront ähnelte der anderen haargenau. Wenn ich später einmal zurückkommen müsste, um heraus zu finden, um welches Haus es sich handelte, in dem wir da waren, würde ich die richtige Nordsüd-Orientierung meiner Blickrichtung benötigen, um dann jene Haustür identifizieren zu können, die wie alle anderen aussah und durch die wir das Haus betraten. Im Rückblick glaube ich nicht an einen Zufall. Es war wohl volle Absicht, sich diese Straße auszuwählen. Alles sah gleich aus und nichts hob sich [vom Einerlei] ab. Es war einem unmöglich, sich zu erinnern und spezifische Merkmale heraus zu filtern [als ein Hinweis darauf], in welchem Haus man nun war oder nicht war.
 
Wir hielten also an dieser Stelle an und gingen auf dem Fußweg bis an die Haustür. An diesem Punkt dachte ich mir: 'Oh, eigentlich ging ich davon aus, dass wir zu einem größeren Gebäudekomplex gehen würden. Ich wusste gar nicht, dass wir in jemandes Privathaus gehen.' Ich wusste freilich, dass die Leute Gottesdienste bei sich zu Hause abhielten und dachte bei mir: 'O.K. Ich verstehe, kein Problem dabei.' Wir gingen also hinein. Da standen beiderseits 5 typische Kirchenbänke aus Holz, ungefähr 6 Fuß lang [etwa 1,80 Meter]. Am vorderen Ende des Raumes, auf einer Erhöhung von etwa 15 Zentimetern, waren zwei Blumenstative. Kann sein, dass da auch ein Bogen war, so wie man sich ihn von einem Hochzeitsverleih besorgen kann. Möglicherweise war alles dort drinnen von einer Verleihfirma. Es gab dort nichts eigentümliches oder spezielles, das auf persönliche Wünsche abgestimmt gewesen wäre. Etwa Flaggen oder Schilder, die darüber Auskunft geben hätten können, was sie hier genau mit welcher Botschaft oder Propaganda ausübten. Nach meiner Erfahrung ist es doch genau das, was die meisten Kirchen gerne tun. Man zieht viele Banner auf mit kurzen Bibelversen und Heiligen darauf. Dinge also, die für ein bestimmtes Denken werben und propagandistisch auf die Menschen einwirken, die in der Kirche sitzen und bei denen bestimmte Gefühle und Gedanken ausgelöst werden sollen. Aber nichts von alledem.
 
Ich erwartete nicht, den Raum voll zu sehen, aber in Anbetracht der wenigen Leute darin erschien er dennoch sehr viel kleiner zu sein, als ich erwartete. Als sich alle hinsetzten, fand ich mich selbst auf der linken Seite der Kirchenbänke in der vierten Reihe. Da war also noch eine Bank hinter und drei vor mir. Der Mann in der Chief-Uniform saß auf der rechten Seite in der letzten Bank. Drei Reihen vor ihm saß ein kleinerer, birnenförmiger Herr im mittleren Alter: kahles Haupt, Oberlippenbart, orangefarbenes Poloshirt, hellbraune Hose. Die ganze Zeit über saß er da, mit den Händen nach vorne. Er trug eine Brille und starrte nur gerade aus. Aber er lächelte und sagte 'Hallo' und gab mir diesen weichen Händedruck. Ich bin jemand, der gerne einen festen Händedruck gibt. Ich urteile nicht unbedingt über Menschen, die es so machen. Aber irgend etwas sagt es doch aus über die Art, wie sie einem die Hand geben. Es war wirklich eine sehr weiche Hand. Er wollte nicht zu fest zugreifen und schien dies sehr bewusst zu tun. Möglicherweise wollte er mit dieser Geste etwas rüber bringen. Ich weiß es nicht. Und dann war da die Frau des Predigers, wenn es denn wirklich seine Frau war: mittleres Alter, Konfektionsgröße 14, Beehive-Frisur, kein Makeup, glattes braunes Kleid. [Bei den Konfektionsgrößen für Damen wird in den USA in geraden Zahlen von 0 (etwa XXS) bis 20 (etwa XXL) durchgezählt; Beehive-Frisur: eine toupierte Hochfrisur aus den 1960er Jahren; Anm. M.A.]
 
Der Prediger stand vorne...direkt vor mir in der Bank saßen zwei ältere Eheleute, die angeblich ein lang verheiratetes Paar aus Kansas waren, so erzählten sie [zumindest]. Sie drehten sich zu mir um und stellten sich auf sehr höfliche Art vor. Auch hier fragte ich mich, ob sie überhaupt in echten Worten zu mir sprachen, [als es mit weicher Fistelstimme tönte]: 'How do you do?', 'Hi', 'How are you?'
 
Meine Aufmerksamkeit richtete sich hauptsächlich auf das, was der Geistliche oder dieses alte Ehepaar tat, weil sie direkt vor mir waren. Und gelegentlich versuchte ich mir einen Eindruck zu verschaffen, was bei den anderen auf der gegenüberliegenden Seite vor sich ging. Ich nahm dieses ältere Ehepaar aber ordentlich unter die Lupe und es beunruhigte mich, was ich da sah. Es wirkte auf mich unwirklich. Und hier ist der Grund dafür: dieser Mann hatte so eine Frisur... Mir ist ja klar, dass ältere Herren altmodische Frisuren tragen. Aber diese war einfach perfekt. Das Hinterhaupt sah so perfekt aus, als ob jemand gerade sein Haar geschnitten hätte. Die Mode seines Anzugs sah aus, als ob er 40 Jahre alt gewesen wäre. Und er war wohl eine Nummer zu klein für ihn. Es machte den Eindruck, dass dies der Sonntagsanzug des Mannes war, den er die letzten 40 Jahre aus dem Schränkchen heraus holte, um ihn nur Sonntags zu tragen. Obwohl ich bereits gesehen hatte, wie alte Anzügen aussehen, selbst wenn diese nur Sonntags getragen wurden, sah das Gewebe dieses Jacketts vielmehr wie brandneu aus. Der Stoff war frisch aus der Fabrik. Welchen Anzug er da auch immer an hatte, er musste in den letzten ein, zwei Jahren gefertigt worden sein. Er trug also einen funkelnagelneuen Anzug, der eine Nummer zu klein war und dessen Schnitt den Eindruck erweckte, als ob er schon 50 Jahre alt wäre. Für mich wie frisch aus dem Kostümfundus.
 
Das Kleid von ihr [seiner Frau] war blau mit perfekten [weißen] Tupfen und oben mit einem rechteckigen [Ausschnitt?]. Sie trug weiße Handschuhe. Die Hände zugespitzt in den Schoß gelegt, starrte sie gerade aus und rührte sich in dieser Haltung die ganze Zeit über kein kleines bisschen. Sogar für eine normale Person, welche die meiste Zeit über still sitzt, ist es ein Bedürfnis, gelegentlich [die Position] zu wechseln oder sich zu kratzen oder irgendetwas [anderes] zu tun. Aber keiner von beiden bewegte sich. Die ganze Zeit über. Die saßen da so ruhig und diszipliniert. Ich glaube nicht, dass normale Leute sich so verhalten würden.
 
Auch ihr Kleid machte den Eindruck, direkt aus dem Kostümfundus zu kommen. Statt eine Nummer zu klein war es hier jedoch eine Nummer zu groß. Es passte [auch] ihr nicht so ganz. Auch hier sahen der Hut und das Haar danach aus, als ob sie der Vergangenheit nachgeahmt gewesen wären. So wie ein Maskenbildner versucht, einen Stil zu imitieren, der die Anmutung entstehen lässt, die Leute würden aus den 1940er Jahren kommen. Du machst die Frisur, das Kleid, das Make-Up... Und dann war da noch die Tatsache, dass die beiden einfach gut aussahen. Sie sahen blendend aus, nicht wie durchschnittliche Leute. Sie sahen aus wie Schauspieler.
 
Ich habe sie nie wieder gesehen, nur dieses ein Mal. Konnte leicht sein, dass sie als „Sitzende“ für diese eine Sache engagiert wurden, um dann für immer zu verschwinden: Ende ihres Rollenparts. Auch den birnenförmigen Gentleman nebenan sah ich nie mehr wieder. Nur die Frau des Predigers sah ich erneut, als ich an den selben Ort noch einmal zurückkehrte. Da waren nur Ich, der Prediger, seine Frau anwesend; und die Philippino-Chief-Type.
 
Und da ergab sich noch eine andere Begegnung, bei welcher der Prediger (und der Philippino-Chief) mir eröffneten: 'Hey! Wir sind da gerade auf dem Weg zu einer Sache, um diesen Typen und diese andere Predigt zu besuchen. Komm doch mit, das wäre großartig!' Es sollte in der Nähe von San Bernardino stattfinden; so oder so ungefähr sagten sie. Und das ist ein bisschen weit weg, gemessen an dem Aktionsradius, in dem ich mich um San Diego herum bewegen sollte. Aber ich sagte 'O.k., geht klar.' Sie kamen also wieder, um mich abzuholen. Es war abermals ein sonniger Sonntagnachmittag in San Diego und ich stieg wieder hinten ein in ihren Minivan. Nein, diesmal war nicht der Prediger am Steuer und der Chief auf dem Beifahrersitz, sondern umgekehrt. Das war ungewöhnlich, weil es in allen anderen Fällen anders herum war. Auf dem Boden befand sich eine kleine Kiste Snapple-Eistee... Der Plastikverschluss der Kiste war bereits geöffnet, es mussten also bereits ein oder zwei Flaschen entnommen worden sein. Und immer wieder fragte er mich: 'Willst Du einen Eistee?' - Und Ich: 'Nein, danke. Ich habe gerade schon etwas getrunken.' Ich hatte eine Intuition, dieses Gefühl: 'Trink nichts, von dem Du nicht weißt, wo es herkommt und das dir irgendjemand anbietet.' Da war einfach dieses Gefühl: 'Tu das nicht.'
 
Was immer ich damals selbst trank und [nach einer Zeit] zur Neige war: es war eine lange Fahrt und ich wurde schließlich – durstig. Beständig fragte er noch: 'Bist Du sicher, dass Du keinen Eistee möchtest, bist Du sicher, dass Du keinen willst...?' – 'O.k., in Ordnung, ich nehme einen!' Ich öffnete also eine [Flasche], trinke und innerhalb von 15 Minuten fühlte ich, wie ich langsam in meinem Sitz versank, zusammensackte und bewusstlos wurde.
 
Die unmittelbar daran anschließende Erinnerung, welche freilich nicht die ganze Erinnerung war, bestand darin, dass ich mich auf dem Nachhauseweg zu [meiner] Basis befand mit einer blassen Erinnerung an diese Kirchenver-sammlung, der ich wohl im Dämmerzustand oder schlafend beigewohnt haben musste; und wie ich zurück zu meiner Kaserne rannte, da ich spät dran war. Es war bereits 5 oder 10 Minuten über die Zeit, zu der ich in meiner Kaserne zurück sein musste. Ich bekam einen mahnenden Finger zu sehen, sagte dann aber, dass ich in der Kirche gewesen wäre, worauf der gleiche diensthabende Chief [wieder] bemerkte: 'Ach, ja, das Predigersöhnchen. In Ordnung.' Er ließ mich also 10 Minuten zu spät sein, ohne einen Vermerk zu machen...
 
Einige Zeit später sagte mir aber meine Erinnerung: 'Ich glaube nicht, dass sich dies wirklich so zugetragen hat.' Ich begab mich in einen meditativen Theta-Zustand, um die Erfahrung Revue passieren zu lassen. Was geschah wirklich von dem Zeitpunkt an, als ich den Eistee getrunken hatte? Meine Erinnerung an die wirklichen Geschehnisse zum damaligen Zeitpunkt [waren wie folgt]: wir fuhren an das Nordende von Camp Pendleton [Marine Corps Base Camp Pendleton]. Da ist ein Tor in der Nähe des Artilleriegeländes, das nicht sehr häufig benutzt wird. Durch dieses Tor fuhren wir. Da war ein Mann in regulärer Arbeitsuniform, nicht in irgendwelchen speziellen Tarnfarben, sondern in der typischen grünen Marine-Uniform. Der stand am Tor, öffnete und schloss es wieder. Wir fuhren durch und ein ganzes Stück weit in das Artilleriegelände hinein. Zwei Mann kamen auf den Van zu, öffneten die Tür und halfen mir aus dem Fahrzeug und beim Gehen auf eine Rampe hinauf. Die Rampe ragte keine 3 Inches [~ 7,5 Zentimeter] über dem Boden und das Vehikel, an dem die Rampe verankert war, schwebte keine 8 Fuß [~2,40 Meter] über Grund. Das war ein interessanter Trick, den der Pilot da vollbrachte, indem er das Vehikel parkte, ohne mit der ausgefahrenen Rampe den Boden zu berühren und dabei eine Spur zu hinterlassen. Ich dachte bei mir, dass das doch sehr interessant wäre...
 
Sie halfen mir also die Rampe hoch in das Fluggerät hinein. Sie schnallten mich in einen Sitz und dann flog das Vehikel auf die Rückseite des Mondes zum Mond-Einsatzführungskommando [Lunar Operations Command], wo wir landeten und ich aus dem Fluggerät heraus eskortiert wurde. Die ganze Angelegenheit, also meine ganze [bereits] absolvierte Laufbahn in der Navy, welche sie anfangs wohl als kleineres Übel betrachteten, war [nun] eine Fehlentscheidung [für sie] geworden: 'Nein, wir wollen das nicht [mehr]. Das wird böse enden und er beginnt schon, seine Erinnerungen wieder zu erlangen. Wir können das nicht zulassen.'
 
Der ganze Zweck meiner Anwesenheit bestand darin, mich abermals einer medizinischen Untersuchung zu unterwerfen und mich dabei genau zu durchleuchten. Alle Soft- und Hardware sollte dort doppelt und dreifach geprüft werden, um sicher zu stellen, dass die Erinnerungsblockaden auch hielten, damit nicht plötzlich alle Erinnerung auf einmal aus mir heraus platzten. Was mir davon in Erinnerung blieb, sind einige ganz schön befremdliche Erfahrungen, allein was die Zeitdauer anbelangt, in der sie mich testeten. Offenkundig waren sie beunruhigt darüber, dass ein entscheidender Fehler aufgetreten war, wo auch immer in meinem [organischen] Aufbau und meinen maschinellen Prozessen. In meiner Erinnerung scheint es, als ob sie alle Schichten meines physischen Körpers abtrugen, so dass nur noch mein Schädel und mein Rückgrat in einem Tank übrig blieben. Nachdem sie die letzte Schicht freigelegt hatten, wurde alles wieder neu aufgebaut und mein kompletter physischer Körper konnte wieder hinzugefügt werden. Das wirkt auf mich alles sehr befremdlich. Aber so erinnere ich es.
 
Nach einer gründlichen Untersuchung gaben sie das O.K.: 'Er ist sauber, wir können ihn wieder zurück bringen.' Bevor ich allerdings zurück gebracht wurde, traf ich jemanden aus dem 'bürokratischen Mittelbau' (so würde ich das nennen), der keine [Militär-]Uniform trug und offenkundig in Zivil gekleidet war. Jemand mit dem Tang eines mittleren Bürokraten [meinte also]: 'Oh, ist das eine unserer speziellen Testpersonen? Großartig! Ich habe da ein paar Leute hier, denen ich das zeigen möchte.' [Also im Sinne von:] 'Oh, wir haben eins unserer Spielzeuge hier! Da sind Leute, denen ich es vorführen möchte.' Das geschah wohl, um sie zu beeindrucken.
 
Ich erinnere mich also daran, dass ich einen Gang hinunter geführt und zu einer [Reihe von Leuten] gebracht wurde, Frauen und Männer. Die meisten davon waren Männer, in Zivilkleidung [Anzüge]. Ich hatte den Eindruck, dass diese Leute Politiker oder [andere] Bürokraten des Staatsapparates waren. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sich um Militärs handelte. Auch nicht um Wirt- schaftsleute. Ich hatte einfach den Eindruck, dass es sich um zivile Staatsbe-dienstete handelte, möglicherweise Leute in der Politik, möglicherweise aus der Regierung. Kein einziges der Gesichter steht klar in meiner Erinnerung. Sie hatten alle dieses amorphe Erscheinungsbild des Vierzigers bis Mittfünfzigers: Anzug mit Bauch. Einige trugen Brille, andere nicht. Die einen mit, die anderen ohne Bart. Es waren einfach diese Allerweltserscheinungen älterer Herren im Anzug, die den Eindruck vermitteln, von der Regierung zu sein.
 
Es waren jedoch mehrere dieser Leute in verschiedenen Räumen, in die ich nacheinander geführt wurde, um ihnen vorgezeigt zu werden. Ich führte also ein paar „Hundenummern“ vor. 'Schauen sie ihm hierbei und dabei zu...schauen sie mal, wie schnell er diesen Kerl töten kann' Und jeder [raunte und klatschte]: 'Oh, wie beeindruckend.'
 
Dann wurde ich, – es fällt mir leider kein passenderes Wort dafür ein – in eine Indoor- Gladiatoren-Arena gebracht. Es schien, dass man so weit gekommen war, sich ein Kapitel aus dem altrömischen „Textbuch“ anzueignen und sich sagte: 'Da haben wir also all diese ultimative Macht und wir könnten doch Gladiatorenspiele zu unserer Unterhaltung haben!' Ich weiß nicht, [was ich dazu sagen soll]. Ich dachte nur daran, wo die Leute geistig-emotional hingekommen sind mit dieser Einstellung. Das ist alles, woran ich denken kann, wenn ich beschreibe, was sich dann ereignete...
 
Es war eine Gladiatorenarena in einer Halle, in der eine ganze Menge Leute zuschauten. Neben mir waren noch einige andere Supersoldaten da. Und so hieß es: 'Seht euch nun an, was diese [Supersoldaten] gegen diese andere Gruppe von Leuten machen werden!', [oder:] 'Seht euch an, was diese Super-soldaten nun gegen dieses riesige Insekt oder gegen dieses riesige Reptil machen werden!'... Es kam Menschengruppe auf Menschengruppe, Ungeheur auf Ungeheur, bis es vorbei war. Es gab eine Menge Applaus, viel Anfeuer-ungen, und Musik im Hintergrund. Es war eine riesige Show für diese Leute.
 
Als es vorbei war, führte man mich zurück, steckte mich in ein anderes Fahrzeug, platzierte mich in sediertem Zustand auf einen Sitz und brachte mich zurück. Dieser [Untersuchungs-]Prozess musste sehr viel länger gedauert haben als die paar Stunden, die ich weg war. Ich nehme an, das auch hier wieder Zeitreisetechnologie im Spiel war, um mich nicht allzu lange nach jenem Zeitpunkt zurückzubringen, da sie mich abholten. Sie warfen mich also wieder in den Minivan der beiden Typen, am selben Ort auf dem Artilleriegelände, und fuhren zurück...und ich rannte, da ich mich verspätet hatte.
 
Aber selbst wenn man eine Erinnerung unterdrückt und begräbt, findet das Unterbewusstsein einen Weg, diese Dinge an die Oberfläche zu zerren, um sich wieder daran erinnern zu können. Ich würde also zu spät kommen und rannte zurück. Ging hinein, wurde angeschrien, ging wieder hinaus und zu Bett, schön und gut... aber das, an was ich mich danach so klar erinnerte, als ich am nächsten Morgen erwachte, war dieser bizarre Traum, in dem ich in einer Gladiatorenarena mit diesen riesigen Skorpionen kämpfte. Obschon also die Erinnerung daran blockiert war, träumte ich von den Dingen, die sich Tags zuvor ereigneten. Ich erwachte und dachte bei mir: 'Wow. Das war ja ein äußerst eigenartiger – Traum.' Es ist einer dieser Träume oder Erlebnisse, die sich bis zum heutigen Tag von allen anderen abheben, als ob es sich um eine Erinnerung handelte. Es war nicht einfach einer dieser 'Wie-schräg-war-das-denn'-Eindruck, der dann ein zwei Stunden nach dem Traum wieder verblasst. Dieses Erwachen aus diesem Traum bzw. diese eigenartige Erinnerung wirkte so lebensecht, als ob es vor fünf Minuten tatsächlich geschehen wäre. Und es veränderte sich auch nicht nach diesen fünf Minuten....
 
Michael Salla: Es gibt hier also unterschiedliche Ebenen Deiner Erfahrungen. Du wurdest von einem gewissen geheimen Sektor [des Militärs] durchgecheckt, der für Dich, Deine Arbeit und Deine Rekrutierung verantwortlich war, während Du Teil des Projekts Moonshadow gewesen bist. Dann hast Du 20 Jahre für diesen Sektor als Marine innerhalb einer speziellen Abteilung gedient, kamst zurück und hast dadurch, wenn man das so sagen kann, 20 Jahre gewonnen. Du hast also diese 20-jährige Erfahrung und fast scheint es, dass Du diese Zeit erneut zu durchleben beginnst: machst Deinen Abschluss, trittst der Navy bei, auch wenn Du das nicht tun solltest, aber Du hast es eben getan...
 
Sie haben Dich einem Kontrolltest unterworfen. Und während sie das tun, finden anderswo Kämpfe mit Skorpionen und Reptilien statt. Eine Art von Gladiatorenspiel in der Zentrale des Mond-Einsatzführungskommandos.
 
Dann hast Du Deinen Dienst in der Navy fortgesetzt. Hast Du einen normalen Dienst bei der Navy getan, hast Du dort eine normale Karriere gemacht? Erzähl uns davon, wie es weiterging, sobald Du zurück warst. Und dann kannst Du wieder auf die 20-jährige Dienstzeit zurück kommen...
 
Randy Cramer: Klar doch. Es war eine ausgemachte Sache, was danach geschah. Ich bin mir sicher, dass das, was danach geschah, definitiv mit dem Moment ihrer Entscheidung zu tun hatte, nun doch zu intervenieren, mich heraus zu nehmen und einem Test zu unterziehen [nebst den Kunststücken, die ich aufführen musste].
 
[Sie hatten wohl folgenden Gedankenprozess:] 'So funktioniert es nicht, wir wollen ihn nicht hier haben. Wie bekommen wir ihn dahin, nicht mehr hier zu sein?' Es gab da also eine zusätzliche Programmierung, bevor sie mich zurück brachten... Ich denke, sie platzierten eine falsche Erinnerung. Als ich zurück war, hatte ich die Erinnerung an mein Zuspätkommen, wie ich zu Bett ging und an das Erwachen mit diesem seltsamen „Traum“.
 
Während der nächsten 2 Tage (48 Stunden) dann mussten wir diesen stupiden Dienst an den Nachmittagen schieben. Wir wurden verschiedenen Arbeitsgruppen zugewiesen und sollten in diesem Falle einige Vorratsschränke in anderen Baracken reinigen und die Vorräte an einen anderen Ort verlegen. Ein dämliche Arbeit für den Tag.
 
Ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Es musste etwas spezielles sein, nach dem der Chief suchte... Als ich dann in diesen Baracken allein war und diese Schränke durchstöberte, während die anderen Jungs auf anderen Stockwerken und in anderen Baracken die Schränke nach diesen Vorräten durchsuchten, hatte ich eine 'Vision'. Eine normale Person würde es vielleicht so nennen. Ich glaube aber nicht, dass es eine war, sondern sich bei genauerer Betrachtung als implantierte Erinnerung oder Erfahrung entpuppen würde. Eine holografische Vorspiegelung, die Wirkung bei mir zeigen sollte, was sie auch tat. Sie bestand im Hören und Sehen einer Vision von Jesus Christus. Da ich einen judäo-christlichen Hintergrund hatte, konnte mich das im Wesentlichen noch immer berühren. Da ist aber ein anderer Grund, warum ich das nicht für bare Münze nehmen kann: es war diese klassisch mittelalterliche Jesusgestalt, und ich denke nicht, dass er so ausgesehen hatte. Wenn Du eine Vision von Jesus aus dem 16. Jahrhundert hast, wird es sehr wahrscheinlich nicht Jesus gewesen sein.
 
Ich hatte also diese Vision, die mir sagte: 'Du musst hier raus. Du darfst nicht diesen Dienst in der Navy tun. Geh nach Hause und mach etwas anderes, das hier ist nicht gut für Dich.' Mich hat das derart getroffen, dass ich die nächsten Tage in regelrechter Schockstarre verbrachte. Ich war mir nicht sicher, was nun zu tun wäre, auf welche Art ich auf diesen Hergang reagieren sollte. 'Was war es, dass ich nicht hier sein durfte?', 'Was willst Du, dass ich tue, um hier raus zu kommen?', 'Warum!?' – Es war ein Schockzustand, etwas außerhalb der Norm. Eine audiovisuelle Botschaft „Jesu Christi“, um eine Sache sein zu lassen, für die ich doch so viel Zeit investierte!? Das war nämlich wirklich ein langwieriger Prozess, um mich für dies und jenes zu entscheiden, [der Navy] beizutreten und [zu entscheiden], wo ich von dort [nach der Ausbildung] hingehen würde. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Nichtsdestoweniger hat mich diese Botschaft getroffen und mich überkam dieses überwältigende Gefühl der Schwäche. Statt in der Verfassung zu sein, eine mutige Entscheidung zu treffen, war ich von dieser intensiven emotionalen Schwäche befallen, die mir vorgaukelte, eine Entscheidung aus der Sicht eines Kleinkindes treffen zu müssen. Ich konnte keine reife Entscheidung wie ein Erwachsener treffen und sollte mich wie ein Kind entscheiden, das sich selbst in Sicherheit bringen will. Da ich nicht ein noch aus wusste, ging ich die List der Gründe durch, von denen mir bekannt war, dass sie einen aus der Navy befördern, sofern man schon dabei ist. Es gibt alles in allem drei Hauptgründe dafür: Bettnässen, Schlafwandeln und Selbstmordabsichten. Du bist ein Schlafwandler: du bist raus! Das ist zu gefährlich für sie. Wenn Du ein Bettnässer bist, ist das ein Zeichen dafür, dass da noch etwas anderes ist. Und raus bist du. Wenn Du sagst, ich habe Depressionen und Selbstmordabsichten, bist du [auch] raus. Ich glaube nicht, dass ich gut darin bin, Schlafwandler zu imitieren. Also Bettnässen? Ich habe es wirklich einige Male versucht, morgens beim Aufwachen mit voller Blase mein Bett voll zumachen und mich anzupissen. [Ich dachte mir:] 'Du kannst mit der Erniedrigung und der Schande umgehen und wirst bekommen, was nötig ist, um hier heraus zu kommen.' Ich konnte es aber einfach nicht tun. Meine Reinlichkeitserziehung war einfach zu stark und ich musste schließlich aufstehen...
 
Schließlich sagte ich mir: 'Gut, ich werde einen Termin mit dem Feldgeistlichen vereinbaren.' Ich machte es so und redete mit dem Feldgeistlichen darüber, dass ich ganz schöne Depressionen hätte und ständig daran denken müsse, mir das Leben zu nehmen. Sie wollten anfangs sicher gehen, sagten also nicht gleich: 'Ab mit Ihnen auf die Krankenstation!'. [Sie sagten:] 'Sind sie sich über ihre Gefühle im Klaren? Sie können [erstmal] zum Arzt gehen und mit dem Doc reden.' Ich konnte nicht einfach insistieren, dass ich mich nicht gut fühlte, Depressionen hatte und mir Selbstmordgedanken machte. Sie schickten mich schließlich ins Krankenhaus, wo ich in der gleichen Art weitermachte: ich saß herum mit verschränkten Armen und versuchte mich von allen Leuten abzu- kapseln. Das war eine bewusste Entscheidung, eine automatische Reaktion meines Geistes, weil ich wusste, dass ich die Leute von dieser Story über- zeugen musste. Ich konnte das mit Körpersprache, Kommunikation und Kommunikationsverweigerung erreichen. Und wenn ich bis zum Ende bei dieser Geschichte bliebe, würden sie die Papiere unterschreiben und mich freigeben. Nach zwei Wochen Beobachtung im Krankenhaus [sagten sie]: 'O.k, Sie wollen wirklich nicht mehr hier sein, wollen wirklich gehen?' – 'Ja.'
 
Ich bekam am Ende keine Entlassung, die ehrenhaft oder unehrenhaft sein kann, sondern etwas, das sie eine 'Entry Level Separation' nannten. Das bedeutet so viel wie: 'Nun gut, wer auch immer noch [mit diesem Fall] befasst sein wird: Sie [Randy Cramer] waren niemals hier.' Das heißt nun nicht, dass ich keine Unterlagen besäße, die ich mir sehr wohl beschaffen konnte; bin also im Besitz dieses Materials. Mein Status aber während dieser Dienstzeit wurde als nichtig betrachtet. Dieses Papier tat mir also keinen Gefallen hinsichtlich meiner Versorgungsbezüge.
 
Auf welche Weise das geschah, war jedoch eine interessante und vielsagende Erfahrung für mich. [Vielsagend, weil] es sich anfühlte, als ob es nicht wirklich meine Entscheidung war, vielmehr eine Entscheidung, der ich pflichtschuldig zu folgen hatte. Als ich sie traf, empfand ich es so, dass ich auf diesem eingeschla- genen Weg richtig war. Welche Stimme mir auch eingeredet hatte, nicht mehr hier sein zu können (ob nun von Jesus oder nicht), – sie war stark und eindring- lich genug, um auf sie hören zu müssen. Ich habe das zwar nicht ganz verstan- den, aber ich wollte diesen Pfad beschreiten, der mich von dort heraus brächte. Dann würde man weiter sehen...
 
Ich ließ diese Erfahrung also hinter mir, ging nach Hause und besuchte wieder die Schule, um weiterhin eine normales Leben führen zu können. Jedoch nur, um ein ums andere Mal von einer Reihe von Symptomen verwirrt [und heimge-sucht] zu werden, die ich schließlich als waschechte posttraumatische Be- lastungsstörung identifizieren konnte. Es war eine Serie von Handlungen und Reaktionen, die ich nicht verstehen konnte, und ich schaute mich andauernd in den Spiegel und fragte mich selbst: 'Was läuft falsch bei Dir? Was ist Dein Problem? Was funktioniert nicht richtig? Warum hast Du diese Gefühle und warum verhältst Du Dich auf diese Weise? Das bist nicht Du! Du denkst doch gar nicht so, tust doch derartige Dinge nicht! Was also ist verkehrt bei Dir?' Die einzige Antwort, die ich meinem Selbst geben konnte, war: Ich habe Dinge getan und erlebt, mit denen ich nicht leben kann. Ich wusste nicht, was das [genau] bedeutete. Alles was ich weiß, ist, dass dies die erste ehrliche Antwort auf meine Selbstbefragung war (Was ist Dein Problem?). Mein inneres Selbst war in der Lage, diese Antwort zu geben.
 
Da gibt es Dinge, die mit schrecklichen Gefühlen verbunden sind... Nie aber hatte ich echte Selbstmordgedanken. Kein Teil in mir wollte jemals sterben. Es gab jedoch einen Teil in mir, der den Schmerz und das Leid beenden und den Anlass für dieses Unbehagen beseitigen wollte. Ich war aber nicht so verzwei- felt, dass ich mir das Leben nehmen wollte. Ich wollte nur, dass es aufhört.
 
Ausgehend von dieser Station [in meinem Leben], von da an ich erkannte, nicht ich selbst zu sein (was immer das hieß), wollte ich zur Wahrheit darüber gelangen, was die Natur meines Schmerzes war und warum ich davon geheilt werden musste. Sollte ich dazu nicht in der Lage sein, hätte ich niemals wieder einen normalen Tag in meinem Leben gehabt. Mit diesem Gedanken im Kopf ging ich also nach vorne und versuchte mein [verborgenes] Selbst aufzudecken und zu heilen. Die nächste Dekade war davon geprägt, heraus zu finden, wie man so etwas bewerkstelligt. Mit jedem erdenklichen Werkzeug, jeder Technik und therapeutischen Methode (Rückführungsmethode), mit jeder nur erdenk-lichen alternativen Heilungsart kam ich der Sache etwas näher, fügte ein kleines Stückchen [dem Puzzle] hinzu...und verstand es somit [besser]. Jedes Mal, wenn ich jemanden fragte: 'Ich brauche Hilfe. Wie kann ich etwas herausfinden, wo finde ich meine Antworten?', haben die im Bereich Meditation klügsten und potentesten Leute geantwortet: 'Es gibt keinen, der Deinen Körper und Deinen Geist besser kennt als Du selbst... Du musst [an Dir] arbeiten.' Und damit meinten sie, wie etwa mein Qigong Lehrer: 'Sieh her. Was wir hier tun, ist die Verbindung von Geist und Körper, sodass wir beide optimieren und ihr Potential maximieren. Offenkundig hast Du es mit Geheimnissen des Selbst zu tun. Und wo immer sie sich auch verbergen mögen, woher sie auch immer stammen, – der einzige Weg, zu ihnen zu gelangen, besteht darin, [von Grund auf] Geist und Körper zusammen zu bringen. Es ist der Weg, wie eine Person Selbst-Beherrschung erlangt. Und [auch] Du kannst eintauchen in Deinen eigenen Geist und Deine eigenen Erfahrungen wie eine Person, welche die Selbstbe-herrschung erlangt hat. Dann müssen diese Antworten an die Oberfläche kommen. Und sie werden wahrheitsgemäß sein. Das ist es nämlich, was dieser Prozess garantiert. Du tust es jeden Tag, bringst die Ernsthaftigkeit mit in Deinem Unterfangen. Und wenn Du mit Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit auf das Ziel zugehst, wirst Du Erfolge sehen. Es ist liegt nur an der Frage, wie viel Zeit und Energie Du in die Sache stecken wirst. Nachdem mir genügend viele Lehrer, Mystiker, Schamanen, Zauberer und Heiler alle in etwa dieselbe Antwort gaben, sagte ich: 'O.k., ich nehme also meine Arbeit, das, was ich jeden Tag tun werde, um meinen Körper und meinen Geist zu verbinden, um wieder ein Ganzes und gesund zu werden. Und daran zu wachsen.' Ich denke, dass man das sowieso die ganze Zeit tun müsste, um nicht verrückt zu werden angesichts von Traumasymptomen, die wirklich unangenehm waren. Die nächste Dekade verbrachte ich also damit, mich zurecht zu finden...
 
Nach etwa 10 Jahren, ich war etwa 30 oder 31 Jahre alt, gingen sozusagen die Lichter an. [Mein Selbst sagte sich:] 'O.k., wir glauben nun, dass Du bereit bist für – die Wahrheit.' Und dann kam sie, diese riesige Flut an Flashbacks. Ich wachte mitten in der Nacht auf, sprang aus dem Bett in absoluter Panik, mit dem Gedanken im Kopf: 'Sie kommen! Sie kommen!' Ich raste ins Wohnzimmer und schob das Sofa vor die Tür und verbarrikadierte mich dahinter. Ich rechnete damit, dass jede Sekunde etwas durch diese Tür kommen müsste. Dann, nach etwa einer Minute, wurde mir klar, dass ich gerade mit dieser intensiven Kampf-oder-Flucht-Reaktion aufgewacht war, was immer sich in meinem unbewussten Zustand zugetragen haben mochte. Und dann realisierte ich: 'Nein, niemand wird an die Vordertür kommen.' Ich bin plötzlich nicht mehr in diesem parano- iden Zustand: 'Jemand hat es auf mich abgesehen.' Nicht jetzt jedenfalls. Niemand kommt JETZT an den Vordereingang. Aber Du reagierst auf etwas, das Dich in Panik versetze und Dir den Stress und die Unmittelbarkeit dieser „Sache“ im Hier und Jetzt vermittelt, auch wenn es nicht jetzt passiert. Mein Körper ist von dieser [gegenwärtig werdenden] Erfahrung einfach geschockt und sagt sich: 'HIER UND JETZT muss ich in Angst und Schrecken fallen, weil ich mich doch so schon immer fühlte [bei solchen Anlässen]'.
 
In diesem Prozess musste ich mein eigener Heiler und Meister sein, um alle Teile in meinem Gehirn und Körper, die sich aufgrund all dieser [Erfahrungen] nicht mehr gut anfühlten, untereinander kommunizieren zu lassen und auf gleiche Wellenlänge zu bringen. Jeder sollte seine Geschichte erzählen und so würde ich ein Narrativ erhalten, das für mein Selbst Sinn machte und ich sagen könnte: 'O.k., dies geschah zuerst, dies danach, usw.' Mindestens einmal die Woche sollte ich einen ganzen Abend damit verbringen, mich auf meinem Sofa oder in meinen Sessel zurück zu legen [mit der Absicht]: 'O.k., lass uns noch einmal alles durchgehen.' Wenn etwa Ereignis 1 [in meiner Erinnerung] unbesetzt schien, wandte ich mich der letzten verfügbaren Erinnerung zu, die ich hatte, um damit vielleicht den ganzen Bogen [zu Ereignis 1] schließen zu können. Ich verwendete darauf jede Anzahl von Stunden, die dazu nötig war; denn in der Tat dauerte es Stunden, um das ganze Punkt für Punkt, Erinnerung auf Erinnerung, Großhinweis auf Großhinweis, durchzugehen. Es ging ungefähr so: Erst geschah dies, dann das, dann dies – Erinnerungslücke – dann dies und jenes – Erinnerungslücke. Ich nahm mir also gebetsmühlenartig diese Daten vor, mindestens einmal die Woche, um sie alle vor mir auszubreiten und in eine chronologische Ordnung zu bringen, die für mich Sinn machen würde.
 
Nachdem ich ungefähr 10 Jahren mit dieser Sache beschäftigt war, begann ich Fortschritte zu machen. Ich gelangte an einen Punkt, an dem ich all meine Erinnerungen zurückgewann. Es war eine ernst zu nehmende Arbeit, all meine Traumata zu heilen, all jenen Erfahrungen und Taten Vergebung widerfahren zu lassen, sowohl den schlechten, die mir angetan, als auch den schlechten, die ich selbst begangen hatte. Das [alles] musste in einen Raum gebracht werden, in dem ich heil werden konnte, statt davor Panik-, Angst- und Wutanfälle zu bekommen. Nun konnte ich mit Klarsicht reagieren. Ich konnte nun auf diese Erinnerungen zurückblicken, auch auf die traumatisierenden und schrecklichen Erinnerungen, bei denen ich zwar immer noch tief Luft holen. Aber ich sah mich nicht mehr gezwungen, in Panik davor zurück zu weichen, mir eine Flasche Wodka zu besorgen und mich zu betrinken bis zur Bewusstlosigkeit, weil ich diesen Schmerz um jeden Preis betäuben wollte. Noch einmal: Ich bin kein Trinker. Aber ich hatte so meine Momente, in denen ich meinen Schmerz abtöten wollte, in denen ich dann eine ganze oder halbe Flasche hochprozentigen Alkohol leer machte, um mich gefühllos, bewusstlos und erinnerungslos zu machen, weil es einfach so weh tat.
 
Glücklicherweise hat sich dies nie zur Alkoholsucht bzw. einer ernsthaften Drogenabhängigkeit ausgewachsen. Es gibt ja einige Leute, die mit solchen Geschichten nicht klar kommen. Aber definitiv hatte ich selbst auch meine Momente, in denen ich eine „Notaus“-Pille nötig hatte, um alles für eine Weile abschalten zu können. Einfach um mein Überleben zu sichern, bevor ich wieder zurück kommen und erneut damit umzugehen hätte.
 
Das war ein langwieriger Prozess und es war viel Engagement meinerseits nötig, um ans Ziel zu gelangen. Ich zeigte soviel Einsatz, weil ich mein Leben nicht vergeigen wollte. Das ist die einfachste Antwort, die ich anzubieten habe. Ich wollte nicht, dass mein Leben aus den Fugen gerät. Und um das zu verhin- dern, musste ich diese Kärrnerarbeit leisten, um in Ordnung zu bringen, was immer da zu Bruch gegangen war...
 
Ich war ein Supersoldat, der über diese ganze Zeit hinweg intensiv genutzt wurde. Ich war ein Vehikel, dessen Reifen, Motor und Bordrechner abgenutzt und schrottreif gefahren wurden. Ich war eine Kriegsmaschine über 20 kriegerische Jahre hinweg. [Und danach hieß es:] 'Wir sind damit durch. Wirf es weg!' Es kostete mich also zwei Jahrzehnte, die gleiche Zeit, die ich brauchte, diesen Dienst zu tun, um von diesem Dienst zu gesunden und wieder ganz zu werden. Und tatsächlich würde ich sagen, dass ich keine wirklich belastbare Ganzheitlichkeit wiedererlangte bis zu jenem Punkt, als 'der Kreis sich schloß' (wie mein höheres Selbst zu sagen beliebte). Mein Höheres Selbst sagte mir nämlich, dass der Kreis sich schließen würde, wenn mein 37. Lebensjahr erreicht und das Datum durchschritten wäre, bei dem ich das erste Mal zurück in mein 17.Lebensjahr verbracht wurde. Würde ich also dieses Datum ein zweites Mal passieren, würde sich auch der Kreis [oder] die temporale Schleife wieder schließen können und ich müsste nicht mehr an zwei Orten gleichzeitig existieren. Wenn ich mir darauf einen Reim machen soll, dann war ich also aufgrund einer Veränderung in der Raumzeit bis zu meinem 37.Lebensjahr an zwei Orten gleichzeitig. Da ich diese Zeitperioden zweimal durchleben musste, war mein physischer Körper zwischen meinem 17. und 37. Lebensjahr an zwei Orten zur selben Zeit. Wie Er [sein Höhres Selbst?; Anm. M.A.] es nannte, handelte es sich hier um eine 'Temporale Spaltung'. Dieser Kreis schloss sich also nicht bis zu meinem 37.Lebensjahr und bis dahin vermochte ich die temporale Spaltung nicht zu heilen. Ein wirklich langwieriger Prozess, bei dem es eine Menge vertrackter Herausforderungen zu bewältigen gab...
 
Ja, ich wurde beschädigt zurückgelassen und musste mich selbst wieder herstellen. Keiner von denen würde es für mich tun.
 
Michael Salla: ...Du gehst durch eine Phase in Deinem Leben, in dem Du ein normales Leben führst, beendest die Schule und hast wohl irgendeinen Beruf. Du leidest an Symptomen, die sich später als PTSD [Post Traumatic Stress Disorder/Posttraumatische Belastungsstörung] herausstellen. Du begibst Dich daher auf eine Reise ins Ich und begegnest all diesen Erinnerungen, die davon sprechen, eine vollkommen andere Existenz gelebt zu haben als Teil der Operation Moonshadow seit Deinem 17. Lebensjahr. Als Du 37 wurdest, war das der kritische Moment in der Zeit, in dem sich der Kreis zwischen diesen separierten Existenzen schloss und Dir den Blick frei machte darauf, was mit Dir in den „ersten“ 20 Jahren geschah. Jene 20 Jahre, in denen Du Dein Project Moonshadow Training beendet hast und dann in diesen verdeckten Militärdienst innerhalb des Marine Corps und seiner Geheimabteilung [Special Section] abberufen wurdest...
 
Randy Cramer: Korrekt...
 
Michael Salla: Bevor wir also zurückkehren in die „ersten“ 20 Jahre, in denen Du Dein Moonshadow training absolviert und für die Special Section des Marine Coprs gearbeitet hast, – was hast Du in Deiner normalen Existenz getan? Welchen Beruf hast Du gehabt, während Du all diese unterdrückten Erinnerungen in Dir abarbeiten musstest? Was war Deine berufliche Tätigkeit?
 

 

Randy Cramer: Ich will an dieser Stelle nicht zu sehr in die Einzelheiten gehen, da sie zwangsläufig zu meiner Identifizierung durch jene führen könnten, welche im Besitz von Daten über mich sind.
 
Im Grunde war ich so eine Art Hansdampf in allen Gassen. Ich habe ein Menge unterschiedlicher Dinge getan. Es war schwer für mich, Beständigkeit zu leben. Dieser intensive, traumatisierende Heilungsprozess raubte nämlich Tage und manchmal Wochen meines Lebens. Einer [geregelten] Arbeit nachzugehen, war dabei keine Option. Ich hatte mein Leben also so einzurichten, dass ich Auftragsarbeiten, Teilzeitbeschäftigung, Beratungstätigkeiten und [anderen] freiberuflichen Gelegenheitsjobs nachgehen konnte. Dinge also, die mir einen sehr großen Bewegungsspielraum, nicht unbedingt ein hohes Einkommen sicherten. Die meiste Zeit arbeitete ich für einen Hilfsarbeiterlohn. Aber ich musste mir ja stets meine Flexibilität bewahren, weil ich mich vor dem Hintergrund all der Veränderungen in meiner Wirklichkeits- und Körperwahr-nehmung einfach nicht in der Lage sah, an einem bestimmten Ort für eine längere Zeit zu arbeiten.
 
Eine Menge unterschiedlicher [Tätigkeiten] also, eine Menge unterschiedlicher Dinge... Man könnte aufs Geratewohl eine Liste von 20 beruflichen Tätigkeiten erstellen und ich könnte auf die Hälfte davon zeigen [und behaupten], dass ich das zumindest einmal in meinem Leben gemacht habe.
 
Michael Salla: Um diesen Teil abzuschließen, der einen Blick auf Dein eher konventionelles Leben wirft, [hier eine Frage]: gab es irgendwelche Hinweise darauf, dass Du während dieser Zeit noch einmal durchgecheckt oder beobachtet wurdest? Du hast ja die Erfahrung in der „Kirche“ beschrieben, nachdem die Navy Dich aufgenommen hatte und Du dort aus Deiner Basis nach Camp Pendleton weggebracht und einem Test unterzogen wurdest. War da also irgendein weiterer Zwischenfall während dieser eher konventionellen Phase Deines Lebens, in der Du durchleuchtet wurdest?
 
Randy Cramer: Ja, ich denke ja. Ich glaube ich sollte es so sagen: in den ersten zehn Jahren, in denen ich herauszufinden versuchte, wo ich herkam und was mit mir passierte, nahm ich einen Großteil dessen, was mich als strenge und disziplinierte Person ausmachte und warf es für ein paar Jahre aus dem Fenster. Ich fühlte, dass diese [Herangehensweise] nicht hilfreich war, um die Antworten zu bekommen, die ich wollte. Möglicherweise also, [dachte ich], sollte ich [diesen Habitus] einfach mal ablegen. Ich führte also eine Lebensstil, der etwas durchlässiger und chaotischer war, und das meine ich nicht im negativen Sinne. Es war nur etwas weniger von jener superordentlichen Diszipliniertheit. Da waren eine Menge Dinge, über die ich mir nicht bewusst war, da ich wohl absichtlich versuchte, auf gewisse Dinge nicht Acht zu geben...
 
Ich habe das Gefühl, dass mir gelegentlich Leute über den Weg liefen, mit denen sich sonderbare Gespräche „aus dem Nichts heraus“ ergaben. Eine Person etwa eröffnete plötzlich und unvermittelt ein Gespräch in einem Coffee-Shop... Es handelte sich einfach um Verhaltensweisen, die anders waren als jeme gewöhnlichen Begegnungen auf der Straße, [eher wie] in einer College Campus Gemeinschaft. Das löste in mir so ein Gefühl aus...Ich bekam diese intuitiven Fühlungen in Gegenwart von diesen Menschen, besonders, wenn ich sie berühren musste, ihnen die Hand schüttelte. Immer, wenn ich physischen Kontakt mit einer Person hatte, bekam ich einen viel stärkeren intuitiven, gefühlsmäßigen Eindruck davon, was von dieser Person zu halten wäre. Sehr oft konnte ich während eines Handschlags erfühlen, ob eine Person hier hingehörte oder nicht, ob sie das beste für mich im Sinn hatte oder nicht, oder ob diese Person einem verborgenen Plan folgte.
 
Es kam also genügend oft vor, dass ich jemandes Hände schüttelte und es sich sonderbar anfühlte im Sinne von: 'Das ist nicht die Person, für die sie sich ausgibt. Sie sollte sich eigentlich nicht an diesem Ort befinden und hat wohl nicht das beste im Sinn. Ich kann dieser Person nicht trauen.' Dann gab es freilich auch Begegnungen mit Leuten, die lachten, und ich konnte spüren, dass diese Menschen in Ordnung waren und ihnen zu trauen ist. Ich konnte freilich nicht jedes Mal sagen, aus welchem Grund [sich die Leute verstellten]. Es gibt 10 Millionen Gründe dafür, warum eine Person fehl am Platze ist, nicht sein kann und nicht sagen kann, was sie in Wirklichkeit ist. Dass sie nicht vertrau-enswürdig erschienen, macht sie noch lange nicht zum Spion oder Agenten der Geheimdienste. Aber noch einmal: es gab da stets dieses Gefühl, dass irgend jemand in der Nähe war, der mich beobachtete und Leute ein Auge auf mich warfen. Meistens jedoch wurde ein gehöriger Abstand eingehalten. Die einzige diesbezügliche Erfahrung aus der jüngsten Vergangenheit, die ich hier anfügen kann, [ist folgende]:
 
Ich hatte einen Freund, mit dem ich leider nicht mehr viel Rede, wobei ich glaube, dass das Zerwürfnis weder von mir, noch von ihm aus ging, sondern von jemand anderem eingefädelt wurde, der nicht wollte, dass wir miteinander redeten. Ihn traf ich über andere Freunde. Ein Bekannter von mir sagte zu mir: 'Du solltest mit diesem Typen reden. Er hat ebenfalls einige seltsame Ge- schichten erzählt, so wie Du.' [Und ich meinte]: 'Nun, dann sollten wir vielleicht wirklich miteinander reden.' Ich redete mit diesem Menschen, der in der Air Force war und dessen Anwerbung für ein Remote Viewing Programm in der Zeit seiner aktiven Air Force Dienstzeit erfolgte. Womöglich wurde er aufgrund seiner genetischen Besonderheit ausgewählt. Er erzählte mir über seinen Aufenthalt in Deutschland und die medizinischen Einrichtungen dort, in die er gebracht wurde. Er wusste um sonderbare Dinge. Etwa [diese Geschichte]: Er hatte einen Termin, betrat ein Gebäude und wartete in der vorderen Lobby dieses sehr sehr alten Krankenhauses in Deutschland. Eine Krankenschwester tauchte auf, um ihn mit sich zurück zu nehmen, durch dieses große Labyrinth aus langen Korridoren und Gängen. Er sah auf diesem Weg keine einzige Person. Keinen einzigen Patienten oder Arzt, auch keine andere Kranken-schwester. Die ganze Zeit über, von der Eingangstür bis zu ihrem Bestimmungs- ort: nur er und diese Krankenschwester, keine einzige weitere Seele! Dann: 'O.k. Legen Sie sich hier hin. Wir werden sie gleich abholen.' Zehn Tage später schickten sie ihn zurück zu seiner Einheit mit nahezu null Erinnerung daran, was sich in diesen zehn Tagen abspielte.
 
Ich spannte diesen weiten Bogen, um an diesen Punkt zu gelangen. Dieser Mann sagte nämlich einmal etwas zu mir, als wir dieses Gespräch hatten und ich ihn fragte: 'Hast Du nicht auch dieses Gefühl, auf einer Liste zu stehen? Möglicherweise eine Liste, welche die Polizei führt. Keine Liste [von Personen], die sie beobachten, sondern ein Liste von Personen, die sie nicht anrühren, nicht in Schwierigkeiten bringen sollten?' Ich bekomme nämlich jedes Mal dieses sonderbare Gefühl, wenn ich auf Polizeibeamte treffe, lokal ansässige [Beamte] aus der hiesigen Gemeinde. Sie sehen mich an und es fühlt sich so an, als ob sie dächten: 'Oh, nein, nicht schon wieder dieser Typ'. Ich bekomme einfach dieses Gefühl, sobald sie mich anblicken: 'Oh, nicht Du schon wieder.'
 
Ich kann mich an einen Cop erinnern, der sich mit seinem Wagen von hinten näherte, drauf und dran, mich an die Seite fahren zu lassen. Sobald er erkannte, dass es sich um mein Auto (Nummernschild) handelte und mich selbst darin sah, machte er diese [verärgerte, genervte] Geste: 'Pah! So eine Scheiße!' Er machte dann einen Bogen um mich, schaltete sein Blaulicht ab und fuhr in eine vollkommen andere Richtung.
 
Als ich also meinen Freund fragte: 'Hast Du jemals so ein Gefühl gehabt oder schon mal davon gehört?', erzählte er mir folgendes: 'Nun, ich hatte da einen Freund, der bei der Polizei arbeitete und ich fragte ihn eines Tages: Gibt es da eine Liste, weißt Du was?...' Und sein Freund bestätigte zwanglos: 'Ja, und Du stehst darauf.'
 
Der Grund, warum ich überhaupt auf diese Idee kam, lag an dem Umstand, dass ich schon einige Erfahrungen machte, bei denen mir eine andere Behandlung und Rücksichtnahme zu Teil wurde, die andere Leute nicht ohne weiteres erhalten. Und [sicher] nicht, weil ich Kaukasier bin. Im Gegensatz zu jenen Anlässen, bei denen ich Polizeibeamte beobachte, wie sie mit anderen Leuten umgingen („ICH habe hier das sagen! Sie tun genau das, was ich Ihnen sage!“), sind sie mit mir niemals so umgesprungen. Niemals. Sie sind so außerordentlich freundlich zu mir, in der Art: „How are you doing, Sir!“, „Yes Sir!“, „No, Sir!“, „...bitte achten sie auf ihre Sicherheit, ich wünsche noch einen schönen Abend! Passen Sie auf sich auf!“. Kein einziges Mal gaben sie mir Anlass dazu, mich auf den Schlips getreten zu fühlen. Und obwohl ich es mein Leben lang gewohnt war, auf der Straße wie ein Verrückter zu fahren (die erste Hälfte meines Lebens fuhr ich wie der Blitz, was ich heute nicht mehr tue), wurde ich nie, kein einziges Mal angehalten. Und in jenen Fällen, bei denen mich ein Polizeibeamter ins Visier nahm und sich mir näherte, bekam ich diesen 'Oh, das bist ja Du!'-Eindruck von ihm. Sie zogen einfach wieder ab.
 
Ich kann das nicht beweisen. Aber es macht insofern Sinn für mich, als man sein Investment zu schützen versucht. Und wenn Du weißt, dass der Wert Deines Investments in Gegenwart anderer staatlicher (Strafverfolgungs-) Behörden gefährdet ist, in Situationen von der Art also, bei denen das Geheimnis aufgedeckt zu werden droht, wird man doch tunlichst sicher stellen wollen, dass diese Zusammentreffen möglichst nicht stattfinden werden. Und so könnte man doch auf die Idee kommen, eine Liste für die Strafverfolgungs-behörden vor Ort zu erstellen, die da besagt: Wenn ihr dieser Person über den Weg lauft, behandelt sie so und so...Sagt nichts.
 
Ich weiß nicht, ob das die Wahrheit ist. Ich habe eine Person vorzuweisen, die behauptet, mit einer anderen Person bei der Polizei gesprochen zu haben, die [das bestätigte].
 
In meinem ganzen Leben habe ich jedoch ein ums andere Mal das Gefühl gehabt, auf andere Art behandelt worden zu sein. Nicht belästigend, sondern vielmehr in jener 'Bitte reiß mir nicht den Kopf ab'-Art [„Please-Dont-Kill-Me-Way“].
 

 

Michael Salla: Damit schließen wir die zweite Abteilung, in der wir die eher „konventionelle“ Phase in Deinem Leben behandelten, in der Du Deine Erinnerungen wieder erlangt hast. Wir nehmen eine Auszeit und sind zurück mit dem nächsten [und letzten] Teil.
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